Pistenraupen-Hersteller
Pharma-Dynastie Merckle will Kässbohrer ganz übernehmen

Die Ulmer Pharmaunternehmer-Familie Merckle hat ihren Anteil am Pistenraupen-Hersteller Kässbohrer auf fast 80 Prozent aufgestockt. Nun strebt sie die komplette Übernahme an.

HB STUTTGART. Ludwig Merckle hat nach eigenen Angaben vom Freitag 37,54 Prozent an Kässbohrer übernommen; die Aktien stammen vom zweiten großen Anteilseigner, der Sparkasse Biberach. Den übrigen Aktionären, denen Merckle nun ein Übernahmeangebot machen muss, bietet er 23,76 Euro für ihre Aktien. In Stuttgart wurde die Aktie vor der Bekanntgabe des Angebots zuletzt für 22,53 Euro gehandelt, stiegen danach aber um 13 Prozent auf 25,50 Euro.

Merckle sagte, er habe keine Pläne, Kässbohrer von der Börse zu nehmen. Investmentgesellschaften seiner Geschwister Jutta und Philipp halten zusammen bereits rund 41 Prozent an Kässbohrer. Familien-Patriarch Adolf Merckle hatte sich in der Vergangenheit mehrfach mit der Strategie von Kässbohrer auseinander gesetzt; mehrere Vorstandsmitglieder wurden ausgetauscht. Die Familie und die Sparkasse hatten sich auch vor Gericht über Vorgänge bei Kässbohrer gestritten. Inzwischen habe die Bank aber einen neuen Vorstandschef, sagte Ludwig Merckle.

Die Familie Merckle kontrolliert neben Kässbohrer auch den Pharmahersteller Ratiopharm, den Pharmagroßhändler Phoenix und den größten deutschen Zementhersteller Heidelberg Cement. Das Familienvermögen taxiert das US-Magazin „Forbes“ auf rund 3 Mrd. Euro.

Kässbohrer ist Marktführer

Kässbohrer ist mit einem Marktanteil von über 50 Prozent Marktführer bei Pistenfahrzeugen und nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Bushersteller. Zwar sind die Wurzeln gleich, doch gehört der Busbauer Kässbohrer Setra mittlerweile zum Daimler-Chrysler-Konzern.

Eine gute Wintersportsaison hat bei Kässbohrer im vergangenen Geschäftsjahr 2004/2005 für ein Umsatzplus um 7 Prozent auf 164,6 Mill. Euro gesorgt. Der Jahresüberschuss legte leicht von 10,0 auf 10,6 Mill. Euro zu. Der Hersteller des „Pistenbully“ profitierte von der wachsenden Zahl künstlicher Beschneiungsanlagen. Kunstschnee erfordert mehr maschinelle Päparierung. Neben Skipisten werden auch immer mehr Loipen und Wanderwege gespurt oder geräumt.

Nicht recht vom Fleck kam die Sparte Strandreinigung mit 3,8 Mill. Euro Umsatz. Sie war einst mit viel Aufwand gegründet worden, um nicht mehr so stark vom Wintergeschäft abhängig zu sein.

Für das laufende Geschäftsjahr 2005/2006 erwartet das Unternehmen wegen des langen Winters mehr als 180 Mill. Euro Umsatz.

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