PKP verhandelt exklusiv mit deutschem Zechenkonzern – Mittwoch endet Frist für verbindliches Kaufangebot
Polen wollen für RAG-Güterbahn bieten

Ob es dazu kommt, beurteilen Kenner des Marktes noch skeptisch. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die PKP die gute Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn im gemeinsamen Langstrecken-Kohleverkehr aufs Spiel setzt“, sagt der Experte einer Beratungsfirma. Fachleute aus dem zur Bahn AG gehörenden Logistikkonzern Stinnes verweisen darauf, dass die RAG-Bahn kein profitables Unternehmen sei. Eine Übernahme käme eigentlich nur für einen Bahnbetreiber in Frage, der die Montanverkehre der Deutschen Steinkohle in seine bestehenden Güterverkehrssysteme eingliedern könne.

Allerdings habe die PKP ein hohes strategisches Interesse, in westeuropäischen Märkten Fuß zu fassen. PKP Cargo soll 2005 privatisiert werden. Laut Zeitungsberichten in Polen, die von der Agentur für Außenwirtschaft bestätigt wurden, werden Gespräche mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung geführt, die sich mit einer Kapitalaufstockung an einer künftigen PKP Cargo AG beteiligen könnte.

Pikant wird das Verhandlungspoker dadurch, dass RAG-Chef Müller als Nachfolger für den im Oktober gestorbenen früheren WestLB-Chef Friedel Neuber in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn eintreten soll. Bereits am 21. Dezember wird Müller – noch als Gast – an der Sitzung des Gremiums teilnehmen. Aus Kreisen des RAG-Aufsichtsrats heißt es jetzt, die Verhandlungen mit der PKP seien ins Stocken geraten. „Ich bin skeptisch, dass es zu einem Abschluss kommt“, sagte ein Eingeweihter.

Die Deutsche Bahn äußert sich offiziell nicht; ihre Marschroute liegt konzernintern aber offenbar fest: Angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten werde man keinesfalls mit Kampfpreisen über 100 Mill. Euro in das Geschäft um die RAG-Bahn einsteigen.

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