Pkw-Absatz
Die Autobranche bekommt einen letzten Schub

Die Abwrackprämie ist Geschichte. Heute meldete das zuständige Bundesamt, dass der Topf leer ist. Dass sie der Autobranche zumindest kurzfristig genutzt hat, beweisen die aktuellen Absatzzahlen. Sage und schreibe 28 Prozent mehr Autos wurden im August verkauft. Doch nun macht sich die Branche große Sorgen.

HB BERLIN/HAMBURG/NEW YORK. Dank der weltweiten Konjunkturerholung und der Abwrackprämie sieht sich die deutsche Autoindustrie auf dem Weg aus der Krise. „Die Talsohle haben wir nach den vorliegenden Zahlen durchschritten“, sagte der Präsident des Verbandes der Autoindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Mittwoch in Frankfurt.

In den kommenden Monaten dürfte sich die Lage „Schritt für Schritt weiter verbessern.“ Langsam stabilisierten sich die weltweiten Automobilmärkte. Dies belegten die Zahlen vom Export, der im August noch um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken sei. Zu Jahresbeginn war er um bis zu 30 Prozent eingebrochen. Auch die Rückgänge bei der Produktion wurden kleiner.

Für 2009 rechnet der Verband mit deutlich mehr als 3,5 Mio. Neuzulassungen nach rund drei Mio. im Vorjahr. Eine Prognose für den Inlandsmarkt 2010 nannte Wissmann nicht. „Ich halte derzeit eine Prognose für Kaffeesatzleserei“, sagte er. Nach dem Ende der Abwrackprämie werde es eine Abschwächung bei den Kompakt- und Kleinwagen geben. Hoffnung schöpft die Industrie aus einer Belebung des Exports. Auch im August heizten die staatlichen Förderpakete den Absatz an.

Im Inland stiegen die Aufträge im August um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Neuzulassungen kletterten auf Jahressicht um 28 Prozent auf 275 000 Wagen. Seit Jahresbeginn wurden 2,7 Mio. Wagen verkauft - ein Plus von 27 Prozent. Beim Export fiel der Rückgang mit etwa minus zehn Prozent zwar niedriger aus als in den Monaten zuvor. Dennoch summiert sich seit Jahresbeginn der Exporteinbruch auf fast 30 Prozent. Die Produktion sank im dritten Monat infolge nur noch einstellig um vier Prozent. Insgesamt baute die exportorientierte Industrie in den ersten acht Monaten ein Fünftel weniger Autos als im Vorjahreszeitraum. Drei von vier Autos gehen in den Export.

Zu denselben Zahlen kommt der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK). VDIK-Präsident Volker Lange erklärte, die Nachfrage werde nach dem Ende der Abwrackprämie deutlich sinken. Er rechne allerdings damit, dass der Rückgang moderater ausfallen werde als noch vor einigen Monaten befürchtet. Branchenexperten gehen davon aus, dass etwa ein Drittel der Verkäufe auf Kunden entfallen, die sich wegen der Verschrottungsprämie erstmals zum Kauf eines neuen Autos entschlossen haben.



Zwei Millionen Autokäufer haben profitiert

Laut VDIK wurden seit Jahresbeginn mehr als 1,7 Mio. Pkw an Privatkunden verkauft, doppelt soviele wie in den ersten acht Monaten des vergangenen Jahres.

Zur selben Zeit, wie die positiven Absatzzahlen bekannt gegeben wurden, kam folgende Meldung: Der staatliche Fördertopf für die Abwrackprämie für Altautos ist leer. Knapp acht Monate nach Einführung der Prämie im Rahmen des staatlichen Konjunkturpakets ist die Summe von fünf Mrd. Euro verbraucht, sagte ein Sprecher des zuständigen Bundesamtes für Ausfuhrkontrolle und Wirtschaft (Bafa) am Mittwoch. Punkt 10.14 Uhr sei der letzte noch mögliche Antrag eingegangen. Von dem Programm haben knapp zwei Millionen Autokäufer profitiert. Die Summe von 2500 Euro bekamen Autokäufer, die ein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet und dafür ein neues gekauft oder geleast hatten.

„Es stehen leider keine Mittel für die Umweltprämie mehr zur Verfügung. Das Online-Portal für die Reservierung ist geschlossen“, ist auf der Bafa-Internet-Seite zu lesen.

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