Pkw-Nachfrage zieht leicht an
Autoimporteure schrauben Erwartungen hoch

Im ersten Halbjahr 2006 ist die Pkw-Nachfrage in Deutschland leicht angezogen. Nach Einschätzung der Autoimporteure wird der heimische Automarkt in diesem Jahr außerdem stärker wachsen als erwartet. Dabei können sich insbesondere die Asiaten freuen, denn einer Studie zufolge sind deutsche Autofahrer mit japanischen Marken zufriedener.

HB WALLUF. Nach Angaben der Autoimporteure wurden im ersten Halbjahr insgesamt 1,738 Mill. Fahrzeuge neu zugelassen, 1,5 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Für das das zweite Halbjahr geht der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) von einem höheren Wachstum aus. Grund ist die Mehrwertsteuererhöhung Anfang kommenden Jahres, die zu vorgezogenen Autokäufen führen dürfte, wie der VDIK am Mittwoch in Walluf bei Wiesbaden mitteilte. Der Verband, dessen Mitglieder gut ein Drittel des deutschen Kraftfahrzeugmarktes repräsentieren, schraubte zugleich seine Absatzerwartungen für das Gesamtjahr leicht nach oben. Er rechnet demnach nun mit 3,4 Mill. Pkw-Neuzulassungen. Bislang lag die Prognose bei 3,37 Mill. Fahrzeugen.

„Der Vorzieheffekt Ende 2006 durch die Mehrwertsteuererhöhung wird nicht sehr hoch sein, wir erwarten für 2007 daher keinen starken Nachfrageeinbruch“, erklärte VDIK-Präsident Volker Lange. Er sagte für das kommende Jahr einen geringfügigen Rückgang der Neuzulassungen auf 3,38 Mill. Pkw voraus.

In den ersten sechs Monaten bauten die Importeure ausländischer Automarken ihren Marktanteil in Deutschland weiter aus. Dieser stieg auf 36,4 Prozent von 35,6 Prozent vor Jahresfrist. Nach Ländern bauten im ersten Halbjahr die japanischen Marken mit Toyota und Honda ihren ersten Platz unter den Importeuren mit zwölf Prozent Marktanteil aus. Zweite blieben die französischen Hersteller (Peugeot, Renault, Citroen), auf Platz drei arbeiteten sich die tschechischen Marken (Skoda) vor. Nach Klassen legten die Segmente Mini, Oberklasse, Transporter und Geländewagen mit zweistelligen Wachstumsraten am stärksten zu.

VDIK-Präsident Lange wies darauf hin, dass sich die private Autonachfrage weiterhin schwach zeige. So wurden in den ersten sechs Monaten mit 799 000 Pkw 1,8 Prozent weniger privat zugelassen als im Vorjahreszeitraum. Die hohen Benzinpreise, die wackelige Konsumstimmung und die hohe Arbeitslosigkeit sorgen schon seit längerem für eine schleppende Pkw-Nachfrage im Inland. Die Hersteller liefern sich eine Rabattschlacht, um Käufer zu gewinnen. Trotz Preisabschlägen von mehreren Tausend Euro je Fahrzeug springt die Autokonjunktur bisher aber nicht an.

Ein anderes Bild bietet der Nutzfahrzeugmarkt, der seit Jahren boomt. Nach VDIK-Zahlen ergab sich hier im ersten Halbjahr aufgrund eines Sondereffekts ein Neuzulassungsplus von 16 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband mit einem Wachstum von lediglich 2,6 Prozent auf 280 000 neu zugelassene Nutzfahrzeuge.

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