Pkw-Neuzulassungen eingebrochen
Autoindustrie erleidet herben Rückschlag

Die hohen Benzinpreise sowie die Diskussion über eine Pkw-Maut und über eine höhere Mehrwertsteuer sind nach Ansicht des Branchenverbandes VDA daran Schuld, dass im Mai deutlich weniger Personenwagen verkauft wurden als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Hoffnungen auf eine steigende Pkw-Nachfrage haben damit einen deutlichen Dämpfer erhalten.

HB HAMBURG. Nach einem schwachen Jahresauftakt und einem Hoffnungsschimmer im März und April brachen die Neuzulassungen von Pkw und Kombi nach Angaben des Verbandes der Automobilindusitrie (VDA) vom Montag im Mai im Inland um acht Prozent auf 282 000 Einheiten ein. Bereinigt belief sich der Rückgang der Neuanmeldungen auf drei Prozent, da der Mai in diesem Jahr einen Arbeitstag weniger hatte. In den ersten fünf Monaten blieben die Neuanmeldungen um drei Prozent hinter dem gleichen Vorjahreszeitraum zurück.

„Die ohnehin noch nicht gefestigte Autokonjunktur, die in den vergangenen zwei Monaten unverkennbare Aufwärtstendenzen aufwies, ist damit unterbrochen“, teilte der VDA in Frankfurt mit. Der kräftigte Anstieg der Benzinpreise sowie die Diskussion über eine Pkw-Maut und über eine höhere Mehrwertsteuer hätten zu einer weiteren Verunsicherung der Autokäufer beigetragen, sagte ein VDA-Sprecher. Dagegen führten Marktforscher die Absatzschwäche neben den Benzinpreisen vor allem auf eine allgemeine Verunsicherung der Verbraucher durch die zurückliegenden Sozialreformen und die hohe Arbeitslosigkeit zurück.

Während sich die Bestellungen aus dem Inland im Mai um 18 % verringerten, verbuchten die Autohersteller einen leichten Orderanstieg aus dem Ausland. 296 000 Pkw und Kombi und damit drei Prozent mehr als im Vorjahresmonat wurden exportiert. Trotzdem hält die Branche an ihrem Ziel eines leichten Anstiegs der Neuzulassungen auf 3,35 Mill. Einheiten 2004 fest.

Experten halten dies inzwischen allerdings für kaum noch erreichbar und erwägen eine erneute Korrektur ihrer Prognosen. „3,35 Mill. sind völlig unrealistisch. Das wird in diesem Jahr nicht erreicht“, sagte der Leiter des Gelsenkirchener Center Automotive Research, Ferdinand Dudenhöffer. Er rechne nun mit höchstens mit 3,25 Mill. Pkw und Kombi und somit mit einer Stagnation der Autobranche im fünften Jahr hintereinander. lrich Winzen, Marktforscher des Essener Instituts R.L. Polk Marketing Systems sagte: „Die Konsumstimmung in Deutschland zieht einfach nicht an.“ Er machte weniger die aktuell hohen Benzinpreise für die Flaute verantwortlich als die zurückliegenden Sozialreformen. „Den Deutschen ist klar geworden, dass ihr Sozialsystem so nicht weiter existieren wird und sie mehr für Rente und Gesundheit vorsorgen müssen.“

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