Pkw-Neuzulassungen im April
Smart verhagelt Mercedes die Absatzbilanz

Die Pkw-Nachfrage ist im April in Deutschland stark zurückgegangen. Die Mercedes-Pkw-Gruppe hat auf dem deutschen Markt sogar einen Absatzeinbruch um fast ein Drittel erlitten.

HB STUTTGART. Daimler-Chrysler teilte am Donnerstag in Stuttgart mit, in Deutschland habe die Mercedes-Gruppe im April nur 25 000 Autos und damit 29,3 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahresmonat verkauft. Damit büßte der Konzern auf dem wichtigen Heimatmarkt in den ersten vier Monaten seinen bisherigen Vorsprung bei den Verkaufszahlen zum Vorjahr komplett ein. Der April hatte wegen des Osterfestes in diesem Jahr drei Verkaufstage weniger. Dennoch verkaufte die unrentable und unter Überkapazitäten leidende Pkw-Gruppe in den USA 13 Prozent mehr Fahrzeuge, in Asien 15 Prozent mehr. Weltweit musste Daimler-Chrysler mit seinen Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach im zurückliegenden Monat einen Absatzrückgang von fünf Prozent auf rund 101 000 verkaufte Pkw wegstecken.

Wie in den Vormonaten verhagelten die enttäuschenden Verkaufszahlen der Kleinwagenmarke Smart die Absatzbilanz. Lediglich 9500 Fahrzeuge lieferte Smart im April an die Kunden aus, gut 28 Prozent weniger als im Vorjahr. In die Marke Smart hat Mercedes bereits Milliardenbeträge investiert und bisher kein Geld verdient. Um im kommenden Jahr erstmals seit dem Marktstart 1998 Gewinne bei Smart zu schreiben, soll bis Ende Juni die Produktion des verlustreichen Viersitzers ForFour eingestellt werden. Von dem seit acht Jahren unveränderten Zweisitzer soll es nächstes Jahr ein neues Modell geben, das möglicherweise auch in den USA auf den Markt kommen wird.

Bei der Nobelmarke Mercedes-Benz fiel das weltweite Absatzminus im April mit 1,2 Prozent auf 91 300 Fahrzeuge noch glimpflich aus. Die zur Jahresmitte in einer technisch überholten Variante auf den Markt kommende Oberklasse-Modell E-Klasse werde zusätzliche Verkaufsimpulse liefern, sagte der Autohersteller voraus. Mercedes-Vertriebschef Klaus Maier hatte hingegen vor kurzem vor überzogenen Erwartungen an die E-Klasse gewarnt. „Wenn wir nur den Absatz stabilisieren und an die Verkaufszahl des Vorjahres von 264 000 anknüpfen können, dann ist das eine gute Zielsetzung“, sagte Maier. Damit stammte gut jeder vierte weltweit verkaufte Mercedes-Pkw aus dieser bis zuletzt unter Qualitätsproblemen leidenden Baureihe.

Gleichwohl verzeichnete Daimler-Chrysler wegen der guten Verkäufe im Auftaktquartal per Ende April Rekordabsatz bei der Mercedes-Gruppe. In den Monaten Januar bis April wurden insgesamt weltweit 395 800 Fahrzeuge an die Kunden ausgeliefert. Das sind 7,4 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ende März hatte der Vorsprung noch bei über zwölf Prozent gelegen. Vertriebschef Maier hatte zu Monatsbeginn bekräftigt, die Mercedes-Gruppe werde 2006 weltweit so viele Fahrzeuge wie 2005 verkaufen. Das wären 1,22 Mill. Stück.

Bei der Marke Mercedes-Benz beläuft sich der Absatzvorsprung per Ende April mit 357 300 Fahrzeugen noch auf rund zwölf Prozent zum Vorjahreszeitraum. Smart liegt dagegen mit 38 500 verkauften Autos bereits rund 23 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. An der Börse drehten die DaimlerChrysler-Aktien im späten Handel mit dem Markt ins Plus und wurden mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent bei 43,13 Euro gehandelt.

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