Pkw-Reifenproduktion in Hannover
Durchbruch bei Conti-Verhandlungen

Beim Autozulieferer Continental haben Geschäftsführung und Arbeitnehmerseite bei ihren Verhandlungen über die geplante Stilllegung der Pkw-Reifen-Produktion in Hannover eine vorläufige Lösung erzielt. Danach soll die Fertigung von Pkw-Reifen schrittweise bis Ende 2007 stillgelegt werden.

HB HANNOVER. Es sei die Grundlage für eine Einigung geschaffen worden, teilten beide Seiten nach wochenlangem Streit am Dienstagabend in Hannover mit. Vom 1. Januar bis 31. Dezember 2007 sollten Kapazitäten und Personal in Hannover schrittweise angepasst werden, sagte Conti-Personalvorstand Thomas Sattelberger. Dies solle sozialverträglich gestaltet werden. Conti hatte ursprünglich die Pkw-Reifen-Produktion wegen Überkapazitäten Ende 2006 schließen wollen.

Beide Seiten hätten sich auf Eckpunkte verständigt, die bei weiteren Gesprächen im Februar endgültig ausgearbeitet werden sollten, sagte Sattelberger. So seien für die Beschäftigten Altersteilzeit, das Auslaufen befristeter Verträge und innerbetriebliche Versetzungen denkbar. Zudem habe Conti eine Qualifizierungsgesellschaft angeboten. In der Lkw-Reifenproduktion in Hannover, die im selben Werk wie die Pkw-Reifen-Produktion angesiedelt ist, sollen 30 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Das Unternehmen erhalte seine Wettbewerbsfähigkeit, fügte Sattelberger hinzu. Weitere Details wie etwa die Menge der produzierten Reifen nannte er nicht.

Zu den Vorschlägen sagte der Verhandlungsführer der Arbeitnehmer, Werner Bischoff: „Wenn dies alles in trockenen Tüchern ist, können wir über einen Sozialplan reden.“ Es gebe einen Durchbruch, „aber wir sind noch nicht am Ende.“ Entscheidend sei, dass eine Grundlage geschaffen worden sei, bis Ende 2007 in Hannover Pkw-Reifen herzustellen und damit betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen. „Alle Überlegungen für eine vorzeitige Verlagerung sind damit vom Tisch“, sagte Bischoff.

Conti hatte im November angekündigt, die Produktion von Pkw-Reifen in Hannover bereits Ende 2006 einzustellen, im Zuge der Gespräche aber angeboten, die Schließung um ein halbes Jahr auf Mitte 2007 zu verschieben. 320 Stellen sollen wegfallen. Gewerkschaft IG BCE und Betriebsrat hatten zumindest einen Aufschub der Schließung bis Ende 2007 gefordert. Sie hatten auf Einhaltung einer im Mai getroffene Betriebsvereinbarung beharrt, die die Fertigung von rund 1,3 Mill. Pkw-Reifen in Hannover in diesem und im kommenden Jahr zusicherte. Nach der Vereinbarung wurde im Gegenzug die Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich erhöht. Am Vorabend der Verhandlungen hatte die IG BCE mit Streik gedroht.

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