Pläne für Kauf von Scottish Power noch in früher Phase
Hinter Eons Vorstoß stehen Fragezeichen

Eon erwägt eine milliardenschwere Übernahme – und der Finanzmarkt reagiert gelassen. Der Aktienkurs bewegte sich gestern kaum und schloss minimal im Plus.

HB DÜSSELDORF/LONDON. Bei Analysten werden die Pläne des größten deutschen Versorgers durchaus positiv aufgenommen. „Eine Übernahme von Scottish Power würde strategisch Sinn machen“, sagt Nils Machemehl von der Privatbank M.M. Warburg. „Eon würde in Großbritannien einen Wachstumssprung machen“, ergänzt Theo Kitz von Merk Finck.

Eon hatte am Montagabend nach wochenlangen Spekulationen bestätigt, an einer Übernahme des fünftgrößten britischen Stromversorgers interessiert zu sein. Freiwillig kam die Bestätigung allerdings nicht. Am späten Nachmittag hatte die Londoner Börsenaufsicht Eon aufgefordert, zu den Gerüchten Stellung zu beziehen, weil der Kurs von Scottish Power stark angestiegen war. Der Konzern gab ein Interesse zu, betonte aber, dass er noch nicht sicher sei, ob es überhaupt zu einem Gebot komme. Noch gebe es nicht einmal Kontakt zur Führung des potenziellen Kaufobjekts. Scottish Power bestätigte dies gestern.

Nach Informationen aus Bankenkreisen befinden sich die Pläne in einer sehr frühen Phase. Eon analysiere Scottish Power zwar schon lange, mit einem konkreten Vorstoß sei aber erst 2006 zu rechnen, hieß es. Hintergrund: Scottish Power hat erst vor wenigen Wochen bekannt gegeben, die US-Tochter Pacific Corp für 7,5 Milliarden Euro an ein US-Unternehmen zu verkaufen. Bevor diese Transaktion nicht abgeschlossen sei, wäre das Risiko für den Eon-Konzern, der kein Interesse an der Tochter habe, zu groß, hieß es in den Kreisen. Die wettbewerbsrechtliche Prüfung des Pacific-Verkaufs dürfte sich aber bis Anfang 2006 ziehen.

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