Pläne für neuen A 380
Airbus-Chef wirft Ballast ab

Bei dem Flugzeughersteller Airbus zeichnet sich mit den neuen Plänen für den A 350 XWB vorsichtig bereits ein Neustart ab. Bis Ende des Monats will die Konzern-Spitze die Entscheidung über den Langstreckenflieger treffen. Doch bereits jetzt zeichnet sich ab, dass Airbus mit seinen bisherigen Produktionsstrukturen bricht.

DÜSSELDORF. Um das neue Großraumflugzeug A 350 bauen zu können, will der Flugzeughersteller massiv die Fertigungstiefe verringern und die Zahl seiner Zulieferer senken. „Wir brauchen Systemzulieferer“, sagte ein Airbus-Sprecher in Toulouse. Airbus will noch Ende dieses Monats über den Bau des A 350 entscheiden, Experten rechnen mit Grünem Licht. „Danach beginnen wir mit den Ausschreibungen“, heißt es bei Airbus.

Mit dem Bau des A350, deren Entwicklungskosten allein auf 10 Mrd. Euro geschätzt werden, wird Airbus mit seinen bisherigen Produktionsstrukturen brechen. Zwar wird das Flugzeug nicht vor dem Jahr 2012 fliegen. Ein Fertigungschaos wie bei dem Riesenairbus A380 will der Flugzeughersteller auf jeden Fall vermeiden. Louis Gallois, EADS Co-Chef und seit wenigen Wochen auch Airbus-Chef, will vor einem Programmstart die Abläufe in der Airbus-Entwicklung und Produktion neu organisieren. Ein Acht-Punkte-Plan mit dem Namen „Power 8“ soll die Kosten in der Flugzeugproduktion dauerhaft um 2 Mrd. Euro pro Jahr senken. „Power 8 ist die Voraussetzung für den Bau des A350“, betonten Gallois und sein deutscher Co-Chef bei der EADS, Tom Enders.

Airbus will einem Pressebericht zufolge gut ein Viertel der Entwicklungskosten für den neuen Langstreckenjet auslagern. Um die auf bis zu 10 Milliarden Euro geschätzten Kosten zu drücken, könnte Airbus bis zu 2,7 Milliarden Euro an andere Anbieter vergeben, schreibt die „Financial Times“ unter Berufung auf Airbus- Verantwortliche.

Vorbild für die Airbus-Neuorganisation ist die Autoindustrie, die mit den gleichen Problemen kämpft: Währungsschwankungen und eine Reduktion der Fertigungstiefe. Flugzeuge werden traditionell in Dollar abgerechnet, Airbus fertigt aber zum größten Teil im Euroraum. Schrittweise versucht der Konzern das Risiko zu verlagern. Kommen für die A320 bislang 30 Prozent der Zulieferungen aus dem Dollarraum, so sind es beim Riesenairbus A380 bereits 40 Prozent. „Beim A 350 müssen wir noch einen Schritt weiter gehen“, sagte ein Airbus-Manager.

Das gilt auch für die Zulieferberziehungen, die Airbus drastisch reduzieren will. 13 000 Lieferanten hat Airbus zur Zeit, die Produkte von Bürobedarf bis Nahrungsmittel liefern. Rund 3000 liefern unmittelbar für die Flugzeugproduktion zu.

Die Lieferverzögerungen beim Großraumflugzeug A380 hatten sowohl Airbus als auch die Muttergesellschaft EADS in eine Krise gestürzt. Das Sparpogramm Power8 soll bis 2010 insgesamt rund fünf Mrd. Euro einsparen und ab 2010 jährliche Einsparungen von mindestens zwei Mrd. Euro ermöglichen.

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