Pläne gestoppt
OMV fördert kein Schiefergas in Österreich

Kein Fracking in Österreich: Der Öl- und Gaskonzern OMV will nicht mehr nach Schiefergas bohren. Grund dafür ist eine Gesetzesnovelle. Sie schreibt für jede Probebohrung eine Umweltverträglichkeitsprüfung vor.
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WienDer österreichische Öl- und Gaskonzern OMV gibt seine Pläne für die umstrittenen Bohrungen nach Schiefergas in Österreich auf. „Wir haben schon seit einigen Monaten die Arbeit eingestellt. Derzeit gibt es keine weiteren Pläne zum Thema Schiefergas in Österreich“, sagte OMV-Manager Christopher Veit am Montag. Grund dafür ist eine Gesetzesnovelle, die für jede Schiefergas-Probebohrung eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorschreibt. Weil der OMV damit die nötige Klarheit fehle, ob die kostspieligen Projekte auch umgesetzt werden könnten, rentiere sich das Vorhaben nicht mehr, erklärte der Konzern.

OMV wollte im kommenden Jahr im niederösterreichischen Weinviertel Probebohrungen starten, die etwa 130 Millionen Euro gekostet hätten. Umweltschützer hatten jedoch gegen das Vorhaben protestiert.

Bei der in den USA bereits weitverbreiteten Fracking-Technologie wird eine mit Chemikalien versetztes Mischung aus Wasser und Sand in den Boden gepresst, um so Gas durch sehr kleine Risse im Gestein zu fördern. Kritiker verweisen darauf, dass die entstehenden Abwässer Chemikalien enthalten, die das Trinkwasser verunreinigen könnten.

Auch in Deutschland prüfen Unternehmen wie der US-Energiekonzern Exxon oder die BASF -Tochter Wintershall den Abbau von Schiefergas. In den USA hat die vergleichsweise neue Fördermethode den Gasmarkt revolutioniert. Durch die plötzlich abbaubaren Reserven fielen die Gaspreise dort auf rund ein Viertel des Niveaus in Europa.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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