Planspiele
GMs Blaupause für die Zukunft

Der Rettungsplan von General Motors steht. Auf 37 Seiten erklärt der US-Autobauer dem US-Kongress, warum er eine zweite Chance und 18 Milliarden Dollar an Steuergeld verdient hat. Amerikanische Medien tun das Machwerk bereits als Propaganda ab. Dabei enthält der Plan drastische Einschnitte. Am Ende könnte aus dem Riesen GM ein ganz normaler Autobauer werden.

HB DÜSSELDORF. 37 Seiten sollen das Blatt wenden, 37 Seiten sollen aus dem schwachen und schwerkranken Autoriesen General Motors einen schlanken und durchtrainierten Dauerläufer machen. 37 Seiten lang ist der Plan, mit dem GM-Chef Rick Wagoner seinen Konzern aus der Krise bringen und – darum geht es letztlich – an gut 18 Milliarden Steuergeld kommen will. Einen Plan, einen Rettungs- und Geschäftsplan haben die Abgeordneten des US-Kongresses verlangt. Ohne den, so die klare Botschaft Ende November, werde es keinen Dollar, keinen Cent für GM und die beiden anderen ums Überleben ringenden Autobauer Ford und Chrysler geben. Sie haben Pläne gewollt, sie haben am Dienstag Pläne bekommen – und der von GM ist dabei tatsächlich etwas besonderes.

Nicht etwa deshalb, weil er der vom Umfang her längste oder im Tonfall pathetischste wäre. Nein, der „Restructuring Plan for Long-Term Viability“ steht tatsächlich, trotz vieler offener Fragen und unklarer Details, für einen neuen Konzern, ein anderes GM. Zumindest soll er das – eine entsprechende Passage findet sich bereits im dritten Absatz: „At ist core, this Plan is a blueprint for creating a new General Motors, one that is lean, profitable, self-sustaining and fully competitive.“ Soweit die Theorie. In der Praxis beinhaltet GMs Plan tatsächlich eine Reihe schwerwiegender Einschnitte für den Konzern – und damit auch für viele seiner weltweiten Töchter.

So will sich GM in Zukunft auf nur noch vier seiner bis dato acht Marken konzentrieren. Dies bedeutet das Aus für Saturn, Hummer, Pontiac und die schwedische Marke Saab. Konzern-Vizechef Frederick Henderson sagte dem Stockholmer Rundfunksender SR: "Wir schauen uns alle Möglichkeiten einschließlich eines Verkaufs an." Und das so schnell wie möglich. "Derartige Dinge werden umso besser, je schneller man sie anpackt“, so Henderson.

Die Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" berichtete unter Berufung auf GM-Unternehmenssprecher, dass ausdrücklich auch eine Schließung des Traditionsunternehmens in Betracht gezogen werde. Seit dem Jahr 2000 hält GM alle Anteile an Saab, das heute noch 4400 Beschäftigte hat und 125 000 Autos produziert. Laut Saab-Chef Jan Åke Jonsson ist die Lage trotz Finanzkrise nicht völlig ausweglos, es soll Interessenten geben. Die gibt es offenbar auch für GM, oder besser gesagt: GM-Anteilseigner haben in China einige potenzielle Käufer für ihre Aktien entdeckt.

Heißer Kandidat: Die Dongfeng (zu deutsch: Ostwind) Motor Group. Chinas drittgrößter Autobauer bestätigte der Nachrichtenagentur Bloomberg offiziell, dass gleich mehrere Banken GM-Anteile feilgeboten haben. Noch, so ein Sprecher von Dongfeng, habe das Management aber keine Entscheidung über einen Einstieg bei GM getroffen. GM selbst teilte lapidar mit, man spreche nicht mit Dongfeng.

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