"Planung derzeit nicht in Gefahr"
Degussa will Ölpreis trotzen

Ungeachtet des hohen Ölpreises sieht sich Degussa weiter in der Lage, die eigene Gewinnprognose für 2005 zu erfüllen. Zugleich kündigte der Spezialchemiekonzern an, seinen Forschungsetat aufzustocken.

HB MARL. „Die Planung ist trotz des gestiegenen Ölpreises derzeit nicht in Gefahr“, sagte Konzernchef Utz-Hellmuth Felcht am Dienstag am Rande einer Werksbesichtigung in Marl. Er bezog sich damit auf die Geschäftsziele für 2005. Die zum Bergbau-Konzern RAG gehörende Gesellschaft plant demnach eine leichte Umsatz- und Gewinnsteigerung gegenüber dem Vorjahr. Degussa hatte 2004 bei einem Umsatz von 11,2 Mrd. € einen operativen Gewinn von 965 Mill. € verbucht und einen Überschuss von 298 Mill. €.

Das Unternehmen habe sich mit so genannten Hedging-Geschäften gegen hohe Energiekosten abgesichert, sagte Felcht. Sollte der Ölpreis aber weiter steigen und - wie zuletzt von einigen Experten befürchtet - 100 Dollar pro Barrel erreichen, würde die gesamte Chemieindustrie in die Enge getrieben, fügte er hinzu. Der Ölpreis hatte in den vergangenen Tagen erstmals die 60-Dollar-Marke überschritten und damit seit Jahresbeginn rund 40 % zugelegt.

Der Konzernchef kündigte zugleich an, Degussa werde bis 2008 den jährlichen Forschungsetat auf 450 Mill. € aufstocken von 350 Mill. € im vergangenen Jahr. Schon jetzt basierten 20 % des Konzernumsatzes auf Produkten und Technologien, die jünger als fünf Jahre seien, erläuterte Felcht. Ziel sei es, diesen Anteil zu steigern.

Felcht hob die Bedeutung des Standortes Marl für Degussa heraus. In den vergangenen fünf Jahren habe der Konzern dort deutlich über 300 Mill. € investiert. Ein neues Forschungsgebiet sei die Nanotechnologie. Hier entwickelt der Konzern derzeit elektronische Systeme und Bauteile zum Beispiel für preiswerte Displays, flexible Solarzellen und Hochleistungskomponenten für Lithium-Ionen-Batterien.

In dem Industriepark in Marl beschäftigt Degussa rund 7000 Mitarbeiter. Ende 2004 zählte der Chemieriese insgesamt 44 600 Mitarbeiter, davon 60 % in Deutschland. Der Konzern will in den kommenden Jahren jährlich 600 bis 1200 Arbeitsplätze abbauen, um weiter Kosten zu senken.

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