Planung für 2006
Hugo Boss legt einen Gang zu

Der Modekonzern Hugo Boss peilt nach einem Umsatz- und Ergebnissprung 2005 in diesem Geschäftsjahr weiteres Wachstum an.

dpa-afx METZINGEN. Umsatz, Vorsteuerergebnis und Überschuss sollen jeweils um sieben bis neun Prozent steigen, kündigte Vorstandschef Bruno Sälzer am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz in Metzingen an. Auch das erste Quartal habe sich in diesem Rahmen entwickelt.

Mit seinen Prognosen für 2006 sieht sich der Konzernchef im Einklang mit den Erwartungen der Analysten. An der Frankfurter Börse sorgten die Aussagen dennoch für Enttäuschung. Insbesondere beim Ergebnis habe man sich eine überproportionale Entwicklung zum Umsatz erhofft, sagten Börsianer. Die im MDax notierte Aktie verlor bis zum frühen Nachmittag 0,51 Prozent auf 35,00 Euro.

Im vergangenen Geschäftsjahr habe Hugo Boss vor allem von der Ausrichtung des Unternehmens hin zu mehr Lifestyle profitiert. Der Konzern sei stärker in den Bereich Freizeit und Sport vorgedrungen, was der Marke ein jugendlicheres Image eingebracht habe, sagte Sälzer. Darüber hinaus habe Hugo Boss auf Accessoires und Schuhe gesetzt. Auch der Ausbau des eigenen Einzelhandels habe sich bewährt. Die Damenmode, die früher einmal als Sorgenkind des Konzerns galt und in 2004 erstmals die Gewinnschwelle erreichte, habe ebenfalls einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum des Gesamtkonzerns geleistet.

2005 stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Konzern um 20 Prozent auf 162,9 Mill. Euro. Das Ergebnis vor Steuern zog um 21 Prozent auf 157,2 Mill. Euro an. Der Überschuss legte um 23 Prozent auf 108,2 Mill. Euro zu. Der Umsatz erhöhte sich um zwölf Prozent auf 1,309 Mrd. Euro. Hugo Boss konnte damit seine eigenen Prognosen übertreffen, die ein Umsatzwachstum von zehn Prozent und einen Überschuss von 108 Mill. Euro vorsahen. Den Aktionären will der Konzern eine Dividende von 1 Euro zahlen nach 0,84 Euro im Jahr zuvor.

Das Wachstum zog sich Sälzer zufolge durch alle Regionen und alle Sparten. Auch in Deutschland, dem für Hugo Boss noch immer wichtigsten Markt, konnte das Metzinger Unternehmen gegen den Trend zulegen und die Erlöse um neun Prozent steigern. In 2006 wolle man sich erneut von der Gesamtbranche abkoppeln, sagte Sälzer. Für den deutschen Modemarkt rechnet er im gehobenen Segment mit einem Wachstum von drei Prozent. In 2005 war der Markt um ein Prozent rückläufig.

Die Damenmode Boss Womenswear steigerte ihren Umsatz um 38 Prozent auf 95,7 Mill. Euro und erreichte beim Ergebnis einen Wert von zwei Mill. Euro. Die Herrenkollektion Boss Menswear, die über 80 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, legte bei den Erlösen um zehn Prozent auf 1,07 Mrd. Euro zu. Die Freizeitbekleidung erreicht ein Umsatzplus von 13 Prozent auf 464 Mill. Euro und steuert inzwischen 43 Prozent zum Umsatz von Boss Menswear bei. Die Trendmarke Hugo erreichte einen Umsatz von 125 Mill. Euro (+17%).

Die luxusorientierte Marke Baldessarini überrundete den Vorjahreswert beim Umsatz mit 17 Mill. Euro nur knapp. Der Konzern hatte bereits angekündigt, Baldessarini nach der Auslieferung der Frühjahrs- und Sommerkollektion 2007 wegen des zu geringen Umsatzbeitrags einzustellen. Designer Werner Baldessarini will die Marke außerhalb des Unternehmens weiter führen.

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