Planungen von VW und Siemens
Deutsche Konzerne investieren in Russland

Trotz der Differenzen über die Staatskrise in der Ukraine wollen Deutschland und Russland ihre Kontakte weiter ausbauen. Dieses Signal wollen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin bei ihrem Treffen am Montag in Hamburg geben.

hof/ink/mbr BERLIN/MOSKAU. Neben der Vereinbarung über einen verstärkten Jugendaustausch beider Länder, über den das Handelsblatt bereits berichtete, sollen am Rande des Treffens etliche Wirtschaftsverträge unterschrieben werden.

So wird der Wolfsburger VW-Konzern nach Informationen des Handelsblattes spätestens im übernächsten Jahr in der Nähe von Moskau Autos der Marke Volkswagen montieren. Darüber soll am Rande der deutsch-russischen Regierungskonsultationen eine Absichtserklärung unterzeichnet werden. Allerdings knüpft das Unternehmen die Investition an einige Bedingungen: So soll die russische Regierung zuvor die hohen Zölle auf die Einfuhr von Autoteilen senken. Das wurde in Verhandlungskreisen bestätigt. Der Wolfsburger Konzern wollte dies nicht kommentieren.

VW hatte vor einigen Monaten bestätigt, dass Europas größter Automobilbauer in Russland auf Standortsuche ist. Als Favorit galt die Stadt Stupino gut 90 Kilometer südlich von Moskau. Bislang ist der Konzern in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion lediglich mit einer kleinen Skoda-Produktion in der Ukraine vertreten. Es ist wahrscheinlich, dass in einer ersten Stufe vormontierte Bausätze aus den bestehenden Werken geliefert und in dem neuen Werk zusammengefügt werden.

Daneben wollen der europäische Airbus-Bauer EADS und der russische Kampfjethersteller Irkut eine engere Zusammenarbeit vereinbaren. Dabei geht es um den Einstieg von EADS bei Irkut mit zunächst zehn Prozent der Anteile für rund 55 Mill. Dollar und eine vertiefte industrielle Kooperation. Dabei ist für die Zulieferung von Einzelteilen für den Airbus A-320 im Wert von 150 Mill. Euro ebenso die Rede wie vom geplanten Bau der Chassis für den Militärairbus A-400 in Russland.

Siemens plant den Einstieg beim führenden russischen Turbinenbauer Silowyje Maschiny: Die Münchener wollen nach Unternehmensangaben ein Joint venture mit der Silowyje-Mutter Interros bilden. Dieses Gemeinschaftsunternehmen soll die 71 Prozent halten, die bisher Interros an Silowyje gehören. Siemens bekommt von dem Joint Venture nur 50 Prozent minus eine Aktie, dafür aber die Management-Kontrolle und eine Option auf eine spätere Mehrheit. Bislang aber hat das russische Kartellamt den Weg dafür nicht frei gemacht. Mit der Basic-Element-Holding des Oligarchen Oleg Deripaska hat sich zudem inzwischen ein weiterer mächtiger Interessent an Silowyje gemeldet.

Seite 1:

Deutsche Konzerne investieren in Russland

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%