Plastikproduzent Basell vor Börsengang oder Verkauf
BASF und Shell beenden Kunststoff-Joint-Venture

Die beiden Eigentümer des führenden Herstellers von Basiskunststoffen, der Basell NV, wollen sich 2004 aus der Firma zurückziehen. BASF und Royal Dutch/Shell teilten gestern mit, man habe die Banken Morgan Stanley und Lazard beauftragt, Wege für einen Verkauf oder einen Börsengang zu prüfen.

DÜSSELDORF. Einen Hinweis auf die Höhe der gewünschten Preises gab Shell-Boss Jeroen van der Veer dem Handelsblatt: „Shell hat bisher knapp zwei Mrd. Pfund in Basell investiert.“ Beide Konzerne halten je 50 Prozent an Basell.

Die strategische Entscheidung, unsere Polyolefin-Aktivitäten mit denen von Shell zusammenzuführen, hat sich als richtig erwiesen“, sagte der für Kunststoffe zuständige BASF-Vorstand John Feldmann. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, den nächsten Schritt zu tun.“

Basell ist mit sechs Mrd. Euro Jahresumsatz neben Exxon Mobil und Dow Chemical einer der führenden Hersteller von Polyethylen und der weltgrößte Anbieter von Polypropylen. Trotz 300 Mill. Euro Betriebsgewinn schrieb die Gruppe 2003 rote Zahlen. Laut Chef Volker Trautz erzielte Basell aber im ersten Halbjahr 2004 ihr bisher bestes Ergebnis.

Die Überlegungen von BASF und Shell reihen sich in den Trend bei Ölfirmen ein, ihre Chemie-Beteiligungen zu reduzieren. Ende April teilte BP mit, einen Teil der Petrochemie an die Börse zu bringen, die man noch 1999 mit dem Kauf der Hüls- Sparte Styrenics ausgebaut hatte. In Februar hatte Total angekündigt, ein Drittel seiner Chemiesparte Atofina abzuspalten. Die Ausrichtung der Ölkonzerne wandelt sich damit: Noch vor fünf Jahren bauten sie unter dem Druck sinkender Erträge in Förderung und Raffinage die Weiterverarbeitung von Öl zu Kunststoffen aus. Heute hingegen wirft das klassische Ölgeschäft gute Gewinn ab.

Besonders bei Shell sammelte sich in den neunziger Jahren Europas Polyolefinchemie: Mit Mont- edison stellte Shell das Joint Venture Montell auf die Beine, damals größter Polypropylen-Produzent, den sie später ganz übernahm. Zugleich vereinten Hoechst und BASF ihre Polypropylen-Produktion in der Firma Targor, die dann ganz an BASF ging. In der Elenac bündelten BASF und Shell ihr deutsch-französisches Polyethylen-Geschäft. Alle drei Firmen gingen 2000 in der Basell auf.

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