PNE Wind : Fürstliche Gehälter, Luxustrips und schwedische Massagen

PNE Wind
Eine Skandalfirma setzt zum Höhenflug an

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Fürstliche Gehälter, Luxustrips und schwedische Massagen

Im vergangenen Jahr lähmte ein teils offen ausgetragener Machtkampf monatelang die Firma. Großaktionär Volker Friedrichsen und der ehemalige Vorstandschef Martin Billhardt hatten sich gegenseitig mit Vorwürfen überzogen. Im Aufsichtsrat entbrannte daraufhin ein heftiger Streit. Am Ende traten alle sechs Kontrolleure freiwillig zurück und CEO Billhardt verließ das Unternehmen.

Was die Aktionäre besonders empörte, war die scheinbare Selbstbedienungsmentalität des Vorstandschefs und seines Oberaufsehers. So gönnte sich Ex-PNE-Chef Billhardt zusammen mit seinem damaligen Aufsichtsrastvorsitzenden, Dieter Kuprian, beispielsweise im Dezember 2013 eine Luxusreise mit First-Class-Flug und schwedischer Massage nach Südafrika – auf Firmenkosten. Auch Trips nach Tokio oder an die Côte d'Azur unternahmen die Golfpartner zusammen. Die Manager beteuern, dabei stets im Interesse des Unternehmens gehandelt zu haben. Doch Zweifel blieben – auch weil sich Billhardt und Kuprian fürstliche Gehälter auszahlen ließen.

So verdiente der ehemalige Vorstandschef Billhardt mit 1,4 Millionen Euro mehr als so mancher MDax-CEO. Und der Ex-Aufsichtsratsvorsitzende Kuprian spielte mit einer Jahresvergütung von mehr als 340.000 Euro sogar in einer Liga mit den Chefkontrolleuren von Milliardenkonzernen wie der Lufthansa oder SAP. Dabei ist PNE alles andere als ein Milliardenkonzern. Die Firma erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2014 gerade einmal einen Umsatz von 211 Millionen Euro. Sein Ausscheiden aus der Firma ließ sich Billhardt vor einem Jahr noch mit einer Abfindung in der Höhe von mehr als drei Millionen Euro vergolden.

Diese Zeiten sind nun vorbei. Ein neues Management versucht die skandalträchtige Vergangenheit abzuschütteln. Ganz so schnell wird PNE die Vorkommnisse von einst aber nicht zu den Akten legen können. Aktuell versucht ein von den PNE-Aktionären einberufener Sonderprüfer, die „Vorgänge bei der Vergütung“ des einstigen PNE-Managements aufzuklären. Neben den Bezügen stehen sämtliche Vereinbarungen, Rechnungen, Reisekosten und etwaige Zuwendungen an Personen, die ehemaligen Organmitglieder nahegestanden haben könnten, auf dem Prüfstand. Der Bericht des Sonderprüfers dürfte bis Mitte nächsten Jahres vorliegen.

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