Die allergrößte Konkurrenz für Lacoste sitzt allerdings in Fernost. Hunderte von Schneidereien nähen dort für wenig Geld Polo-Hemden zusammen und setzen ein Krokodil auf die Brust. Es sei unmöglich, der Plagiate Herr zu werden, sagt Beltrami.
Bei Yello Sport in Köln kümmert sich ein Mitarbeiter ausschließlich darum, Fälschungen im Internet zu bestellen und gegen deren Anbieter vorzugehen. Das sei schon ein "ssssiemlich" großer Aufwand, sagt Beltrami.
3,5 Millionen Euro gibt die Pariser Zentrale jährlich aus, um gegen Produktpiraterie vorzugehen. Mal fangen Zöllner nach einem Tipp eine Ladung ab, dann wieder erringt Lacoste einen Etappensieg vor Gericht bei Rechtsstreitigkeiten gegen chinesische Wettbewerber.
Dass Lacoste beim Schützen der Marke manchmal auch über das Ziel hinausschießt, zeigt eine Entscheidung von Anfang des Jahres: Das Unternehmen wollte einen britischen Zahnarzt verklagen, weil dieser ein Krokodil in seinem Logo führte. Nach langem Streit hat die für Markenschutz zuständige Behörde die Weiterverwendung des Logos erlaubt - weil man nicht im selben Marktsegment tätig sei.

