Porsche-Betriebsrat für harte Gangart
Tausende demonstrieren im Metall-Tarifkonflikt

Mit einer kurzfristigen Arbeitsniederlegung haben am Donnerstag in Stuttgart nach Gewerkschaftsangaben rund 2 700 Porsche-Mitarbeiter für ihre Forderung nach acht Prozent mehr Geld protestiert. Sie setzten damit ein Zeichen zu Beginn der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für die rund 430 000 Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. In Mainz demonstrierten rund 4 000 Arbeitnehmer.

HB STUTTGART/MAINZ. Der Betriebsrat des Sportwagenbauers Porsche hat im Tarifkonflikt mit den Metall-Arbeitgebern eine harte Gangart angekündigt. "Wir werden streiken, wir werden auf die Straße gehen", drohte Gesamtbetriebsratschef Uwe Hück am Donnerstag auf einer Kundgebung der Porsche-Beschäftigten vor dem Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen. Die Mitarbeiter müssten fair an den Gewinnen der Unternehmen beteiligt werden. "Es geht nicht um Lohnprozente, sondern um ein Mehr an Gerechtigkeit", sagte Hück. Er forderte die Arbeitgeber zur Vorlage eines Angebots auf. "In diesem Land verdienen sie sehr gut. Sie sollen uns was davon abgeben."

Hück kündigte einen Arbeitskampf an, wenn es in den nächsten Wochen zu keiner Einigung kommt. "Dann brennt der Tannenbaum im November und nicht erst im Dezember." Die Beschäftigten wollten nicht immer wieder hören, dass sie Kostenfaktoren seien. "Wir sind Erfolgsfaktoren", rief er der Menge zu. Nach Angaben der Gewerkschaft standen bei Porsche rund eine Stunde die Bänder still.

Die IG Metall in Baden-Württemberg will am Mittag über die bislang schleppend verlaufenden Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie beraten. Der baden-württembergische IG-Metall-Bezirkschef Jörg Hofmann forderte die Arbeitgeber auf, ein Tarifangebot vorzulegen. "Die Arbeitgeber provozieren den Konflikt, und wir sind bereit, den Konflikt aufzunehmen", sagte er auf der Kundgebung der Porsche-Beschäftigten.

Die Gewerkschaft will mit Warnstreiks ab dem 3. November ihrer Tarifforderung nach acht Prozent mehr Geld Nachdruck verleihen. Am kommenden Donnerstag findet unmittelbar vor Ende der Friedenspflicht im wichtigen Tarifbezirk Baden-Württemberg die dritte Verhandlungsrunde für die rund 800 000 Beschäftigten im Südwesten statt.

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