Porsche-Chef Matthias Müller
Kein Interesse am Job von Winterkorn

Der Vertrag von VW-Chef Martin Winterkorn läuft Ende 2016 aus. Es bleibt unklar, wer seine Nachfolge antreten soll. Porsche-Chef Matthias Müller hat jedenfalls kein Interesse daran, Winterkorn zu beerben.
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StuttgartPorsche-Chef Matthias Müller hat kein Interesse am Job von VW-Chef Martin Winterkorn. „Ich bin kein potenzieller Nachfolger für Herrn Dr. Winterkorn“, sagte Müller am Mittwochabend vor Journalisten in Stuttgart. „Ich bin zu alt für den Job“, sagte der heute 61 Jahre alte Porsche-Chef. Es sei keine Lösung, 2016 einen 63-Jährigen an die Spitze des Volkswagen-Konzerns zu setzen.

Bislang ist noch unklar, wer die Nachfolge von Winterkorn antreten soll, wenn sein Vertrag Ende 2016 ausläuft. Konzernbetriebsrats-Chef Bernd Osterloh hatte sich wiederholt für eine Vertragsverlängerung von Winterkorn stark gemacht, sieht aber auch viele Talente in der zweiten Reihe des VW-Managements.

Osterloh hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass auch der nächste Konzernboss einen produktnahen Hintergrund als Techniker und Ingenieur mitbringen sollte - ein reiner Betriebswirt komme nicht infrage. Winterkorn ist promovierter Metallphysiker. Die Zustimmung der bei VW mächtigen Arbeitnehmerseite ist für die Winterkorn-Nachfolge ein entscheidender Faktor.

Müller hatte den Posten als Porsche-Chef nach der Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW im Jahr 2010 übernommen. Der gelernte Werkzeugmacher und Informatiker leitete von 2003 bis 2007 das Produktmanagement der Audi-Marken, anschließend folgte er Winterkorn in gleicher Funktion nach Wolfsburg. Müller gilt als Winterkorns Vertrauter. Trotzdem bezeichnete er die Spekulation um eine Nachfolge als „lästig“. „Das ist außen mehr ein Thema als innen“, sagte er.

Porsche hat im vergangenen Jahr mit ihrem neuen Geländewagen Macan den Absatz kräftig gesteigert. Insgesamt seien 189.850 Neuwagen an die Kunden ausgeliefert worden, 17 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Allein vom Viertürer Macan verkauften die Stuttgarter im Jahr seiner Einführung weltweit 45.000 Stück. Drei von vier Macan-Käufer hätten sich erstmals einen Porsche angeschafft und seien zuvor Kunden von BMW, Daimler und anderen Konkurrenten gewesen, sagte Porsche-Chef Matthias Müller.

Den stärksten Zuwachs erreichte Porsche in China, wo mit fast 47.000 rund ein Viertel mehr Sport- und Geländewagen zu den Kunden rollten. Am Heimatmarkt Deutschland steigerte die VW-Marke den Absatz um gut 15 Prozent. Der Sportwagenbauer blickt nach Worten Müllers mit Zuversicht ins neue Jahr. Vermutlich werde die ursprünglich erst für 2018 angepeilte Marke von 200.000 Fahrzeugen beim Absatz schon 2015 geknackt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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