Porsche-Chef
Wiedeking kritisiert öffentliche Debatte über VW-Sanierung

VW-Großaktionär Porsche hat den Wolfsburger Autokonzern wegen der in die Öffentlichkeit geratenen Details der geplanten Sanierung heftig kritisiert.

HB KIEL. „Ich bin dafür, dass das Unternehmen in den Gremien diskutiert und nicht über die Medien“, sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking am Sonntag am Rande einer Veranstaltung in Kiel.

Er selbst folge diesem Prinzip und äußere sich nur intern zu Vorgängen bei dem Wolfsburger Autobauer, „und das deutlich“, fügte der Porsche-Chef hinzu. Wiedeking sitzt im Aufsichtsrat von Europas größtem Autobauer Volkswagen, dessen größter Aktionär Porsche ist. Der Chef des hochprofitablen Stuttgarter Sportwagenbauers gilt als Gegner eines Sanierungskurses, bei dem die Senkung der Personalkosten im Vordergrund steht.

Am Wochenende war spekuliert worden, der Personalabbau bei der ertragsschwachen Kernmarke VW des Autobauers könne deutlich höher ausfallen als die schon bekannten 20 000 Stellen.

VW-Personalvorstand Horst Neumann dementierte einen „Spiegel“-Bericht, wonach er im Gespräch mit Arbeitnehmervertretern angekündigt haben soll, weitere 10 000 Stellen stünden auf der Kippe. Grund sei, dass die nächste Generation des Verkaufsschlagers Golf wegen der derzeit hohen Arbeitskosten nicht mehr rentabel in Wolfsburg gebaut werden könne und nur ein kleiner Teil der Produktion in dem niedersächsischen Werk bleibe, berichtete der „Spiegel“.

„Eine solche Aussage habe ich nicht gemacht. Die Lage bei VW ist zwar ernst, aber es besteht kein Grund zu Panik, und schon gar nicht zur Panikmache“, sagte Neumann am Samstag.

Zuvor hatten Neumann und VW-Markenchef Wolfgang Bernhard in einem Zeitungsinterview gedroht, massiv Produktion ins Ausland zu verlagern, wenn die Gewerkschaft nicht auf die Forderung nach einer Arbeitszeitverlängerung eingeht. VW will die Beschäftigten in den sechs schwach ausgelasteten westdeutschen Werken 35 Stunden bei gleichem Lohn arbeiten lassen, um Kosten zu senken. Bisher gilt bei VW die Vier-Tage-Woche mit 28,8 Stunden.

Für die anstehenden Verhandlungen mit der IG Metall über die geplante Neuordnung hat der Autobauer die Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit zur Kernfrage erklärt. Betriebstrat und Gewerkschaft lehnen dies ab. Sie kritisieren, dass der Autobauer bisher nicht erklärt hat, was mit den Beschäftigten werden soll, die VW bei einer längeren Arbeitszeit zu viel an Bord hätte. Analysten gingen bereits davon aus, dass VW 30 000 Stellen zu viel hätte, wenn die Arbeitszeit verlängert würde.

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