Porsche-Ermittlungen
Ausgang des Wiedeking-Verfahrens offen

Die polizeilichen Ermittlungen gegen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sind abgeschlossen. Ob es zu Strafbefehl und Anklage kommt, oder das Verfahren eingestellt wird, ist allerdings weiterhin offen.
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StuttgartNach rund dreijährigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen Marktmanipulation bei der letztlich gescheiterten Übernahme von VW durch Porsche haben nun die Anwälte der beschuldigten Ex-Manager Wendelin Wiedeking und Holger Härter das Wort. „Die polizeilichen Ermittlungen sind abgeschlossen“, sagte ein Sprecher der Strafverfolgungsbehörde am Montag und bestätigte damit teilweise einen Bericht des Magazins „Der Spiegel“ vom Wochenende.

Bis Ende Oktober hätten die Anwälte Zeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Danach werde die Behörde über ihr weiteres Vorgehen entscheiden. Ob Anklage erhoben werde, sei derzeit noch offen. „Wenn ein Ermittlungsverfahren noch läuft, kann alles passieren: Einstellung, Strafbefehl, Anklage“, sagte der Behördensprecher.

Das Magazin hatte berichtet, der frühere Porsche-Chef Wiedeking und der ehemalige Porsche-Finanzchef Härter müssten „derzeit mit einer Anklage rechnen“, da sie durch falsche Informationen sowie das Verschweigen von Informationen den Finanzmarkt über Porsches Pläne beim VW-Einstieg getäuscht hätten. In zwölf Fällen sollen falsche Mitteilungen herausgegeben worden sein, einige davon könnten den Aktienkurs beeinflusst haben, schreibt das Magazin.

Bei einer Verurteilung drohen den beiden Managern bis zu fünf Jahre Gefängnis. Die Strafverfolger gehen seit 2009 dem Verdacht nach, dass Porsche mit Hilfe falscher Angaben zum Umfang seiner Optionsgeschäfte auf VW-Stammaktien einen Kurssprung bei den Aktien herbeigeführt habe, durch den sich VW-Investoren um mehrere Milliarden Euro gebracht sehen. Einige von ihnen haben Schadenersatzklagen gegen Porsche eingereicht - zum Teil auch gegen VW, denn VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech ist zugleich Porsche-Aufseher sowie -Anteilseigner.

Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte Piech Ende Februar eine „schwerwiegende Pflichtverletzung“ als Mitglied von Porsches Aufsichtsrats attestiert: Er habe sich keine Klarheit über die Risiken der komplexen und riskanten VW-Optionsgeschäfte verschafft und sei gegen die milliardenschweren Transaktionen auch nicht eingeschritten. Damit habe er gegen „Kardinalpflichten“ als Aufseher verstoßen.

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Wiedeking weist Vorwürfe zurück

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