Porsche geht leer aus
Bund leistet Firmen erste Hilfe

Der Wirtschaftsfonds Deutschland gewährt die ersten Großkredite und -bürgschaften. Doch nicht jeder kommt zum Zuge: Während die Heidelberger Druckmaschinen AG Kredite und Bürgschaften und die Wismarer Wadan Werft Bürgschaften erhält, lehnt der für die Vergabe der Mittel zuständige Lenkungsausschuss die Anträge des Autozulieferers Asys und des Sportwagenherstellers Porsche ab.

BERLIN. Die Bundesregierung hatte den „Wirtschaftsfonds Deutschland“ zu Jahresbeginn mit dem zweiten Konjunkturpaket aufgelegt. Er umfasst ein 75 Mrd. Euro schweres Bürgschaftsprogramm sowie Kredite der bundeseigenen Bank KfW im Umfang von 25 Mrd. Euro. Hinzu kommen weitere 15 Mrd. Euro für KfW-Kredite, die die Bundesregierung bereits mit dem ersten Konjunkturprogramm Ende vergangenen Jahres zur Verfügung gestellt hatte. Mit dem Geld sollen Unternehmen unterstützt werden, die durch die Wirtschafts- und Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten sind.

In einer Vielzahl kleinerer Fälle wurden Kredite und Bürgschaften bereits gewährt. Bei höheren Summen oder Fällen von grundsätzlicher Bedeutung entscheidet der sogenannte „Lenkungsausschuss Unternehmensfinanzierung“. Der Haushaltsausschuss des Bundestags soll im Vorfeld der Entscheidung informiert werden. Der Lenkungsausschuss setzt sich aus hochrangigen Regierungsvertretern zusammen. In seiner Sitzung am Mittwochabend traf der Ausschuss die ersten Entscheidungen. Der Haushaltsausschuss wurde bislang nicht informiert, dies soll aber in der kommendenWoche nachgeholt werden, hieß es.

Im Fall von Heidelberger Druck habe der Lenkungsausschuss positiv entschieden, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums am Donnerstag. Das Unternehmen habe Bürgschaften und Kredite beantragt, sagte er, nannte jedoch keine Zahlen. Nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens streben die Heidelberger einen KfW-Kredit über rund 300 Mio. Euro und eine Bürgschaft von etwa 400 Mio. Euro an. Ein Konzernsprecher lehnte am Donnerstag einen Kommentar ab.

Heidelberger Druck gehört zu den Unternehmen, die am stärksten von der Wirtschaftsflaute getroffen wurden. Schon vor mehr als einem Jahr gingen die Bestellungen zurück, weil bei den Druckern die Werbeaufträge ausblieben und die Banken keine Kredite mehr für neue Maschinen gaben. Das mündete schließlich in einem dramatischen Umsatzeinbruch und anhaltenden Verlusten.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums soll auch die Wadan Werft in den Genuss einer Bürgschaft aus dem „Wirtschaftsfonds Deutschland“ kommen. Ein Sprecher des Unternehmens sagte, man sei „froh und glücklich“ über die Entscheidung. Das beantragte Bürgschaftsvolumen belaufe sich auf 40 Mio. Euro.

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