Porsche-Hauptversammlung
Ferdinand Piëch fehlt beim Familientreffen

Eigentlich sollte die Hauptversammlung der Porsche SE der Ort für die öffentliche Rückkehr von Ferdinand Piëch sein. Doch der Patriarch lässt sich nur kurz blicken. VW-Chef Müller zeigte sich dagegen gut gelaunt.

StuttgartEs ist fast eine Volkswagen-Hauptversammlung im Kleinen. An diesem Mittwoch sind in Stuttgart die Aktionäre der Porsche SE zusammengekommen, genau eine Woche nach dem jährlichen Eignertreffen des VW-Konzerns. Wohl und Wehe hängen in Stuttgart von Volkswagen ab: Die Porsche SE ist die Holdinggesellschaft, in der die Familien Porsche und Piëch ihre VW-Anteile gebündelt haben.

Doch die prominenteste Person fehlt: Ferdinand Piëch. Der langjährige Vorstandsvorsitzende und Aufsichtsratschef von Volkswagen ist dem Treffen ferngeblieben, bei Porsche hat er noch ein Aufsichtsratsmandat. „Es ist ein unvorhergesehener Terminkonflikt eingetreten“, begründet Wolfgang Porsche das Fehlen seines Vetters unter dem leisen Raunen der Aktionäre. Seit seinem Ausscheiden bei Volkswagen vor einem Jahr macht sich Piëch rar, immer häufiger meidet der Familienpatriarch die Öffentlichkeit.

Auf der Volkswagen-Hauptversammlung vor einer Woche herrschte Katzenjammer. Die Dieselaffäre hat in Wolfsburg die übliche stattliche Dividende zunichte gemacht: 17 Cent gibt es gerade einmal für jede Vorzugsaktie, ein Jahr zuvor war es ungefähr noch etwa 30-mal so viel.

Porsche-Aktionäre müssen sich eigentlich nicht beschweren. In Stuttgart gibt es immerhin noch eine Dividende, die diesen Namen auch verdient. Die Hauptversammlung wird am Mittwoch eine Dividende von einem Euro je Aktie beschließen. Das ist allerdings nur die Hälfte dessen, was in den vergangenen Jahren ausgezahlt worden ist.

Die stimmberechtigten Stammaktien liegen in der Porsche SE ausschließlich bei den Familien Porsche und Piëch. Freie Aktionäre kommen über die Vorzugsaktien ins Spiel, die aber nicht stimmberechtigt sind. Diese freien Anteilseigner wollen sich einmal im Jahr auf der Hauptversammlung Gehör verschaffen – etwa 5000 von ihnen sind am Mittwoch in Stuttgart in die Porsche-Arena gekommen.

Beim Spitzenpersonal ist die Doppelgleisigkeit von Volkswagen AG und Porsche SE klar abzulesen. Vorstandschef in Stuttgart ist Hans Dieter Pötsch, der Aufsichtsratsvorsitzende von Volkswagen. Im Vorstand sitzen auch Matthias Müller, der Vorstandsvorsitzende in Wolfsburg, und Manfred Döss, der Chefjustitiar des VW-Konzerns. Wichtige Vertreter der Familien wie Wolfgang Porsche sind in beiden Aufsichtsräten vertreten. Das gilt genauso für einflussreiche Kräfte der Arbeitnehmerseite wie VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh.

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Ferdinand Piëch fehlt beim Familientreffen

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Dividendenpolitik erweist sich als kluger Schachzug

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