Porsche in den USA
Mit Pathos, Pils und Piëch

Porsche hat seine neue US-Zentrale eingeweiht. Das prominent besetzte Event war die heißeste Party der Stadt und konnte amerikanischer nicht sein. Doch auch in Atlanta spielt das Thema Piëch eine Rolle.
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AtlantaDen Weg finden Ortsfremde auch ohne Navi. Einfach auf der Ausfallstraße von Atlanta zum größten Flughafen der Welt auf die Porsche Avenue abbiegen. Dann auf den One Porsche Drive, schon ist man da. Porsches neue Nordamerika-Zentrale ist ein Meisterstück kühner Architektur in Stahl und Beton. Ein Hingucker, wie man ihm im Süden der USA selten sieht. Deswegen parken sie mit ihren Nissans und Hyundais auch am Tag vor der Eröffnung schon – nicht ganz ungefährlich – am Standstreifen der Autobahn und fotografieren.

Keine Frage, Porsche ist an diesem Tag Stadtgespräch. „The hottest ticket in town“ sei eine Eintrittskarte zur abendlichen Eröffnung, sagt eine Vertreterin der kommunalen Regierung beim morgendlichen Pressegespräch. 1000 davon wurden verschickt. Und die sollten vor allem eine Botschaft erhalten: Porsche ist auch ein Teil von Amerika, besonders von Georgia, und ganz besonders von Atlanta. Verständlich, werden doch trotz China-Boom noch immer die meisten Autos nach Nordamerika verschifft, zuletzt ein Viertel der Produktion.

Seit 65 Jahren geht das so. Schnell entdeckte damals Hollywood den Coolness-Faktor der schnittigen Sportwagen. James Dean und Steve McQueen waren bald damit unterwegs. Heute ist es Schönling Patrick Dempsey, doch der wird trotz Gerüchten um sein Erscheinen an diesem Abend nicht gesehen. Der Popstar an diesem Abend ist eh ein anderer. Wolfgang Porsche wird als Enkel des legendären Gründers Ferry Porsche unter den zahlreichen Fans herumgereicht. Das Selfie mit ihm wird künftig dutzende amerikanische Wohnzimmer zieren.

Zum Auftakt der Veranstaltung entert Brooke Burns, eine ehemalige Baywatch-Nixe mit langen blonden Haaren im cremefarbigen Nichts die Bühne. Porsche-Chef Matthias Müller und Nordamerika-Chef Detlev von Platen kommen von der anderen Seite aus viel Trockeneis – im gelben Boliden GT3, der wie das Grollen der Götter klingt. Nur das Geräusch der pausenlos darüber fliegenden Jumbos ist lauter.

Von Platen begrüßt die Ehrengäste. „Ganz besonders herzlich auch die heute extra aus Deutschland angereisten Wolfgang Porsche und Hans Michel Porsche“. Dass Hans Michel eigentlich Piëch heißt, fällt nur den Deutschen im Publikum auf. Die tuscheln, dass ein solcher Versprecher nach den Vorkommnissen der vergangenen Wochen um die Familien Porsche und Piëch in Deutschland wohl zu größeren Schlagzeilen geführt hätte.

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