Porsche kauft VW-Anteile
EU-Gericht kommt Porsche zu Hilfe

Porsche hat momentan keine Absicht, seinen Anteil an Volkswagen auf 30 Prozent oder mehr aufzustocken. Das braucht der Sportwagenbauer auch gar nicht. Denn demnächst könnte der Europäische Gerichtshof unbeabsichtigt den Stuttgartern bei ihren Plänen zu Hilfe kommen.

Zu Medienberichten, Porsche rüste sich für den VW-Kauf, sagte Porsche-Kommunikationschef Anton Hunger am Donnerstag: „Es bestehen derzeit definitiv keine Absichten, den Anteil von Porsche an VW auf 30 Prozent oder darüber aufzustocken.“

Der Porsche-Aufsichtsrat hatte am Vortag dem Vorstand genehmigt bis zu einer Grenze von 29,9 Prozent Volkswagenanteile zuzukaufen. Würde Porsche 30 Prozent an Volkswagen besitzen, müsste der Sportwagenbauer allen VW-Aktionären ein Übernahmeangebot machen. Porsche gab auch bekannt, dass der Anteil des Sportwagenbauers an Volkswagen zwischenzeitlich die Meldeschwelle von 25 Prozent überschritten habe und aktuell 27,4 Prozent betrage. Damit hält Porsche rund 6 Prozent mehr, als bislang bekannt war. Nichtsdestotrotz bringt sich Porsche für mögliche Gesinnungswechsel schon einmal in Stellung.

Doch für eine Vormachtstellung bei Volkswagen brauchen die Stuttgarter eigentlich auch nicht mehr als 29,9 Prozent, denn demnächst rückt der Europäische Gerichtshof (EuGH) dem VW-Gesetz zu Leibe, das den Stuttgartern den Weg zu mehr Einfluss versperrt. Das höchste EU-Gericht wird im Verfahren um das deutsche VW-Gesetz am 12. Dezember erstmals mündlich verhandeln. Das bestätigte das Gericht am Donnerstag auf Anfrage in Luxemburg. Dabei werden die EU-Kommission als Klägerin und Vertreter der Bundesregierung zu Wort kommen. Ein Urteil wird frühestens im kommenden Jahr erwartet.

Das Land Niedersachsen hält dank des Gesetzes bei dem Wolfsburger Autobauer de facto eine besondere Sperrminorität. Die EU-Kommission hatte die Bundesrepublik Deutschland vor zwei Jahren wegen des fast 50 Jahre alten Gesetzes zur Verhinderung feindlicher Übernahmen in Wolfsburg verklagt. Die EU-Behörde sieht den freien Kapitalverkehr in der EU behindert.

Die Erhöhung des Porsche-Anteils stärkt weiter den Einfluss des VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch bei Volkswagen. Porsche wird von den Familien Porsche und Piëch kontrolliert.

Porsche hatte am Mittwoch auch mitgeteilt, dass der Hauptversammlung am 26. Januar 2007 in Stuttgart vorgeschlagen werden soll, ein genehmigtes Kapital von 22,72 Mill. Euro zu schaffen. Dazu hieß es am Donnerstag aus dem Hause Porsche, das noch zu genehmigende Kapital habe nichts mit Volkswagen zu tun.

Der Aktie des Volkswagen-Konzern haben die Spekulationen zur künftigen Aktionärsstruktur erneut Auftrieb gegeben. Nachdem das VW- Papier bereits am Mittwoch mit einem Plus von über 5 Prozent aus dem Handel gegangen war, legte es am Morgen erneut kräftig zu und lag gegen 11.25 Uhr mit 1,9 Prozent im Plus bei 85,85 Euro. Im frühen Handel waren zeitweise 3,2 Prozent Aufschlag gezahlt worden.

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