Porsche
Panamera: Kein Familienauto, kein Glanz

Porsche hat den neuen Panamera vorgestelt. Eigentlich ein Tag der Freude. Doch es gibt zwei Dinge, die in Leipzig mächtig gestört haben: Dass der große Porsche zur falschen Zeit kommt und die Querelen mit VW. Ein Bericht von der vermasselten Premiere.

LEIPZIG. Blauer Himmel über dem Porsche-Testgelände im Werk Leipzig. Die viertürige Sport-Limousine steht am Anfang der langen Geraden. Ein kurzer Druck aufs Gaspedal und der Projektleiter für den Panamera-Antrieb, Christian Heiselbetz, katapultiert das Luxusgefährt mit 500 PS-Turbomotor aus dem Stand, dass es den Beifahrer im Fonds nur so in den Sessel drückt.

Sein im Tassenhalter abgelegter Blackberry fliegt im hohen Bogen bis auf den Rücksitz. Da sind Torhüterqualitäten auf den hinteren Sitzen gefragt. Heiselbetz lacht und verstaut sein Telekommunikationsgerät nach der Flugeinlage lieber im geschlossenen Fach der Mittelkonsole.

Der Diplomingenieur gehört zur Creme de la Creme unter Wendelin Wiedekings Technikern. Seit zwölf Jahren arbeitet der Ex-Mercedes-Manager bei Porsche. Vier Jahre hat er am wichtigsten Projekt des Sportwagenbauers mit Hochdruck gearbeitet. Doch jetzt kann er seine Enttäuschung nicht ganz verbergen. "Es ist schade, dass alle über die Probleme mit VW reden und nicht über der Panamera." Ausgerechnet jetzt hat Porsche Probleme, weil es sich bei der geplanten VW-Übernahme überhoben hat.

Besonders tief sitzt bei dem Techniker der Stachel, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden ist, Audi habe mit seinem jungen Design des R8, den Motoren und nicht zuletzt der Aluminiumbauweise Porsche technologisch überholt. Heiselbetz kontert mit Aluminium-Magnesium-Türen, Blech-Leichtbauweise und Motorleistung. "Der Panamera ist 100 Kilogramm leichter als eine S-Klasse. Wir müssen uns vor niemandem verstecken."

Das Fahrzeug kommt für Porsche dennoch in denkbar schwieriger Zeit. In diesem Jahr wird das Autogeschäft nicht mehr die gewohnte Mrd. Euro abwerfen. Und was aus den Milliardengewinnen in den Büchern aus den Optionsgeschäften mit VW wird, steht in den Sternen. Mitten im Fusionstheater und der größten Krise der Autoindustrie seit Kriegsende soll der Luxusschlitten mit vier Türen und einem Einstiegspreis von 80 000 Euro den Absatz beflügeln.

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