Porsche
Porsche: Nach der Erfolgsstory nun der Absturz

Die Glanzzeiten von Porsche sind vorbei. Der Sportwagenbauer muss deutliche Einbußen bei Umsatz und Absatz hinnehmen. Nach vorläufigen Zahlen hat Porsche 24 Prozent weniger Autos verkauft. Aber der neue Porsche-Chef Michael Macht verbreitet dennoch Optimismus.

HB FRANKFURT. Der Sportwagenbauer Porsche hat im Geschäftsjahr 2008/09 (per Ende Juli) heftige Einbußen bei Umsatz und Absatz erlitten. Die Talsohle sei aber erreicht, teilte das künftig zu Volkswagen gehörende Unternehmen am Dienstag vor Beginn der Automesse IAA in Frankfurt mit. "Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 einen Gewinn gemacht", sagte der neue Porsche-Chef Michael Macht am Dienstag auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Es gibt keine Gründe anzunehmen, dass dies nicht auch im neuen Geschäftsjahr so sein wird."

Der Fahrzeugabsatz sei vorläufigen Zahlen zufolge um 24 Prozent auf rund 75 200 Fahrzeuge geschrumpft. Der Umsatz gab dagegen nur um zwölf Prozent auf etwa 6,6 Mrd. Euro nach, da Porsche trotz der Absatzkrise viele teure und hochmotorisierte Modelle verkaufen konnte. Die Produktion sei um 27 Prozent auf rund 76 700 Fahrzeuge gedrosselt worden. "Auch wenn die nächsten Monate noch schwierig bleiben dürften, sind wir für das Jahr 2010 verhalten optimistisch", erklärte der Chef der Porsche AG, Michael Macht, mit Blick auf den Verkaufsstart der vierten Baureihe Panamera. Wie andere Autobauer kommt Porsche nicht mehr ohne Kurzarbeit aus, um Personalkosten zu sparen.

Er hoffe, dass die Kurzarbeit im Dezember wieder nach unten gefahren werden könne, sagte Macht. "Wir fahren auf Sicht. Wir hatten gehofft, dass die Krise früher zu Ende geht." Porsche hatte Anfang September erstmals mit der Maßnahme auf die drastischen Absatzeinbrüche reagiert. Bis zum Jahresende soll an insgesamt 18 Tagen kurzgearbeitet werden. Betroffen sind rund 2.500 Beschäftigte am Hauptstandort in Stuttgart-Zuffenhausen.

Angaben zum Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr machte der Sportwagenbauer nicht. Macht hatte vor wenigen Wochen gesagt, im angestammten Autogeschäft habe Porsche wie in den Vorjahren eine zweistellige Umsatzrendite erwirtschaftet. In der Porsche Holding, die auch die knapp 51-prozentige Beteiligung an VW umfasst, dürfte hingegen im zurückliegenden Geschäftsjahr ein Vorsteuerverlust von voraussichtlich bis zu fünf Mrd. Euro geschrieben worden sein. Dazu trug neben der Abwertung eines milliardenschweren Optionspakets auf VW-Aktien auch die erstmalige Vollkonsolidierung des VW-Anteils bei. Die Beteiligung an VW und die Optionsgeschäfte hatten der Porsche Holding in den vergangenen Jahren stets Milliardengewinne beschert. Zuletzt hatte der Gewinn sogar über dem Umsatz gelegen.

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