Porsche
Porsches Kerngeschäft unter Druck

Die weltweite Absatzkrise trifft Porsche ins Mark. Der Sportwagenbauer verdient noch mit seinen VW-Beteiligungen gutes Geld - steht aber im Kerngeschäft zunehmend unter Druck. In den ersten neun Monaten ist der Umsatz um 15 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig ringt das hoch verschuldete Unternehmen in Berlin um einen Kredit der KfW.

HB STUTTGART. Beim Sportwagenbauer Porsche hat die Absatzkrise der Autoindustrie voll durchgeschlagen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres (2008/2009) nahm der Umsatz ohne die VW-Beteiligung um 15 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro ab, wie das Unternehmen am Freitag in Stuttgart berichtete. Keine Region blieb von der schlechten Entwicklung verschont. Auch das operative Ergebnis lag unter dem Vorjahr. Porsche hatte bereits in der Vergangenheit keine genauen Zahlen bekannt gegeben, sondern nur eine Tendenz veröffentlicht.

Im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen Porsche mit zweistelligen Margen glänzte, fiel die Umsatzrendite nach Angaben eines Unternehmenssprechers nun nur noch "fast zweistellig" aus. Zudem sei das Ergebnis vor Steuern durch gestiegene Refinanzierungskosten sowie die Aufwendungen für die neue Baureihe Panamera belastet worden. Das viertürige Coupe soll im September in den Markt eingeführt werden. Von dem bereits zu Jahresbeginn eingeleiteten Sparprogramm in dreistelliger Millionenhöhe sollen Ausgaben für den Panamera sowie die Entwicklung des Hybridantriebs und die Weiterentwicklung bestehender Modellreihen unberührt bleiben.

Das Unternehmen unterstrich, dass sich die schwierige weltwirtschaftliche Situation noch verschärfen könne. Deshalb verordnete die Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG ihren Mitarbeitern Zwangspausen: Von insgesamt 21 Ausfalltagen stehen noch zwei bis Ende Juli aus. Das gesamte Programm umfasst einen dreistelligen Millionenbetrag an Einsparungen. Allerdings hat das Unternehmen mehr Arbeitsplätze geschaffen und liegt nun mit 12 685 Mitarbeitern vier Prozent über dem Wert Ende Juli vergangenen Jahres: Im Werk Leipzig, wo im September der Panamera vom Band laufen soll, wurden 200 Stellen geschaffen, der Rest entfällt auf Dienstleistungstöchter, unter anderem die Porsche Consulting.

Das Ergebnis bei den VW-Aktienoptionsgeschäfte sei dagegen durch den hohen Kurs der Volkswagen-Stammaktie "deutlich angestiegen". Zur genauen Höhe der Optionsgeschäfte äußerte sich Porsche nicht. Nach Annahmen von Branchenexperten hat Porsche Zugriff auf weitere 20 bis 24 Prozent an Europas größtem Autobauer. Porsche warnte jedoch, ein fallender VW-Kurs könnte sich negativ auf das Porsche-Ergebnis auswirken.

Am heutigen Freitag laufen an der Terminbörse Eurex extrem viele Kontrakte auf VW-Optionen aus, die für rund 22 Prozent des VW-Stammkapitals stehen. Unklar ist bislang, ob es deshalb zu merklichen Kursbewegungen kommt. Im Vormittagshandel notierten Porsche mit 0,52 Prozent im Minus bei 44,37 Euro. Die VW-Stämme wurden mit minus 2,90 Prozent bei 224,29 Euro gehandelt.

Zur Höhe seiner Verschuldung machte Porsche am Freitag keine Angaben. Durch die Aufstockung der VW-Beteiligung im Januar auf knapp 51 Prozent hatte der Sportwagen-Hersteller massiv Schulden angehäuft. Nach sechs Monaten war die Nettoverschuldung mit 9 Milliarden Euro angegeben worden. Nun hieß es, die Verschuldung habe sich im Vergleich zum Ende des vergangenen Geschäftsjahrs erhöht. Damals wurde die Netto-Verschuldung auf über 3 Milliarden Euro beziffert.

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