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28.02.2006 
Porsche außerhalb der Garage

Porsche schlägt aus seinem Mythos Kapital

von Martin-W.Buchenau

Mit dem Erfolg des Sportwagenkonzerns im Rücken baut Porsche sein Geschäft mit Accessoires, Design und Mode aus. Die Designtochter des Sportwagenherstellers will in 25 neuen Läden Luxusartikel verkaufen.

STUTTGART. „Wir sind auf gutem Weg zu unserem Ziel, den Umsatz mittelfristig zu verdoppeln“, sagte Siegmund Rudigier, Geschäftsführer der Porsche Design Group, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Bis dahin soll auch die Rendite auf einem für „Porsche angemessenen Niveau“ sein. Im vorigen Jahr setzte Porsche mit Designartikeln rund 95 Mill. Euro um.

Der 40-Jährige kam vor zweieinhalb Jahren von der Luxusmarke Donna Karan. Zu diesem Zeitpunkt ordnete Porsche sein Luxusgeschäft neu und nahm das vom legendären Designer des Sportwagens 911, Ferdinand Alexander Porsche, bis dahin geführte Porsche Design Studio unter die Fittiche des Konzerns.

F.A. Porsche, Enkel des Firmengründers Ferdinand Porsche, musste wie alle anderen Familienmitglieder 1972 nach einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Porsche-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch den Sportwagenbauer verlassen. Er gründete sein eigenes Design-Studio bei Zell am See.

Mit Blick aus seinem Arbeitszimmer auf den Porsche-Familiensitz Schüttgut entwarf er teuere Accessoires wie Uhren, Brillen und Schreibgeräte, die unter der Marke Porsche Design weltweit vertrieben wurden. Der kürzlich 70 Jahre alt geworden F.A. Porsche zog sich 2003 zurück und brachte sein Lebenswerk in die neue Gesellschaft ein, die zu zwei Dritteln dem Autohersteller und zu einem Drittel der Familie Porsche gehört.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch Konkurrenten bauchen Merchandising aus

Seither gibt es unter dem Dach der Porsche Lizenz- und Handelsgesellschaft eine klare Dreiteilung. Das Design Studio ist für die Designhandschrift verantwortlich, arbeitet aber auch im Auftrag für andere Unternehmen. Die Merchandising-Produkte der Drivers Selection haben direkten Bezug zu den Fahrzeugen und sind nur in Porsche-Zentren erhältlich oder werden online von Porsche vertrieben. Die Palette reicht vom Modell-Porsche bis zum feuerfesten Overall.

Auch Konkurrenten wie BMW haben ihr Merchandising in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut und versuchen bei der Marke Mini eine eigene Lifestyle-Welt um die Autos herum zu schaffen. Zahlen nennen die Bayern aber nicht.

„Porsche Design hat das Potenzial, zu den führenden Luxusmarken in der Welt aufzuschließen“, sagte Rudigier. Als einzige Luxusmarke in der Welt habe Porsche in der Tradition des funktionellen Stils von F.A. Porsche seine Wurzeln in der Welt der Technik und nicht wie etwa Gucci oder Versace in der Mode. Das gebe der Marke gerade bei Accessoires für Männer besondere Glaubwürdigkeit.

Der Konzern macht Dampf. In Kürze sollen Geschäfte in Peking, Shanghai, Seoul, Bangkok und Hong Kong dazukommen. Darüber hinaus sind Shop-in-Shop-Konzepte bei hochwertigen Warenhäusern und im Fachhandel geplant. Bislang gibt es erst fünf eigene Nobel-Geschäfte. 25 Neueröffnungen sind insgesamt geplant. Dazu sollen noch einmal 25 Franchiseläden kommen. Nach Einschätzung von Branchenexperten erreicht Porsche Design damit die ausreichende Größe, um als Luxusmarke wahrgenommen zu werden.

Wesentlicher Treiber des Wachstums soll das Lizenzgeschäft werden. Dabei greift der Sportwagenhersteller nur noch oben ins Regal. Mit Adidas wurde eine Partnerschaft geschlossen, unter anderem um mit der Adidas-Tochter Taylor Made eine edle Golf-Kollektion auf die Beine zu stellen. Mit Zumtobel Staff wird ein exklusives Leuchtenprogramm aufgelegt und mit Poggenpohl eine Nobel-Küche entwickelt. Verhandlungen mit einem exklusiven Skihersteller laufen gerade. „Ziel ist es, dass die exklusive Kundschaft künftig jenseits des Autos in einer Porsche-Welt leben kann“, sagt Rudigier.

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