Porsche
Startschuss für Kapitalerhöhung

Die bis zu fünf Milliarden schwere Kapitalerhöhung bei Porsche ist Voraussetzung für die Fusion mit VW. Nun soll laut Kreisen der Startschuss gefallen sein, trotz den momentanen Turbulenzen an den Märkten.
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Frankfurt Der Sportwagenbauer Porsche steht Finanzkreisen zufolge kurz davor, eine große Hürde auf dem Weg zur Fusion mit Volkswagen aus dem Weg zu räumen. Der Startschuss für die lang erwartete, bis zu fünf Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung zur Entschuldung der Porsche Holding sei de facto gefallen, sagten drei mit den Vorbereitungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. "Die Kapitalerhöhung wird in den nächsten Tagen gestartet", sagte einer der Insider. Begleitet werde sie von der Deutschen Bank und Morgan Stanley, weitere Institute könnten noch dazustoßen.

Die Porsche Holding SE sammelt dabei wie geplant von ihren Stammaktionären - den Milliardärsfamilien Piech und Porsche und dem Scheichtum Katar - insgesamt 2,5 Milliarden Euro ein. Sie haben sich bereits verpflichtet mitzuziehen. 2,25 Milliarden kommen von den Familien, 250 Millionen Euro von Katar. Der Restbetrag soll von den Vorzugsaktionären kommen. Greifen sie in geringerem Maße als erwartet zu, könnte Katar auch Vorzugsaktien zeichnen. Der Investor vom Golf behalte sich dies aber noch vor, hieß es in den Kreisen. Porsche und die genannten Banken wollten sich am Freitag nicht zu den Plänen äußern.

Die Porsche Holding ist noch mit netto 6,3 Milliarden Euro bei den Banken verschuldet. Die Kapitalerhöhung muss nach einem Hauptversammlungsbeschluss bis Ende Mai durchgezogen werden. VW- und Porsche-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch hatte unter dem Eindruck der jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten nach der Erdbeben- und Atom-Katastrophe in Japan gesagt, er hätte sich einen besseren Zeitpunkt für die Finanzspritze gewünscht.

Die Kapitalerhöhung ist eine Voraussetzung für eine spätere Verschmelzung von Porsche und Volkswagen. Seit eine Übernahme von VW durch Porsche in der Finanzkrise gescheitert war, hält die Porsche Holding SE gut 50 Prozent an Volkswagen, der Wolfsburger Autobauer wiederum ist mit 49,9 Prozent an der operativ tätigen Tochter Porsche AG beteiligt. Nun sollen die Verflechtungen neu sortiert werden: Volkswagen hatte von den Porsche-Großaktionären vor kurzem für 3,3 Milliarden Euro den österreichischen Autohändler Porsche Austria gekauft.

Stolpersteine

Vor einer Fusion von Porsche und VW sind aber noch einige Risiken aus dem Weg zu räumen. Mögliche Stolpersteine sind vor allem mehrere Klagen von Fondsinvestoren gegen Porsche in den USA wegen angeblicher Marktmanipulation im Zusammenhang mit der letztlich gescheiterten Übernahme von VW. 2009 war festgelegt worden, dass der Zusammenschluss Ende dieses Jahres kommen soll.

Doch die Wahrscheinlichkeit, dass es zum geplanten Termin dazu kommt, schätzen die Topmanager von VW und Porsche inzwischen nur noch mit 50 Prozent ein. Der Zusammenschluss von Porsche und VW könne gegebenenfalls aber auch im Jahr 2012 oder noch später vollzogen werden, strichen VW-Chef Winterkorn und Pötsch vor kurzem heraus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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