Porsche-Übernahme
Wiedeking legt im Kampf mit Volkswagen nach

Neue Runde im Dauerduell zwischen Porsche und VW. Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking hat die Eigentümer des Sportwagenbauers gewarnt, ein Angebot von VW anzunehmen, da dies viel zu niedrig sei. Genug Alternativen scheint es für die Eigentümer zu geben. Laut einem Magazinbericht gibt es drei weitere Interessenten für Porsche.

HB FRANKFURT. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat einem Bericht zufolge die Familien Porsche und Piech vor einem Notverkauf des Sportwagenherstellers an Volkswagen gewarnt. Die Holding hätte anschließend Schwierigkeiten, sich über eine Kapitalerhöhung Geld zu beschaffen, argumentiert Wiedeking nach einem „Spiegel“-Bericht. Der gebotene Preis von drei bis vier Milliarden Euro sei zudem zu niedrig. Einem Gutachten zufolge wären die knapp 50 Prozent, die VW übernehmen wolle, rund sechs Milliarden Euro wert.

VW-Aufsichtsratchef und Porsche-Miteigner Ferdinand Piech dringt seit Monaten darauf, dass die Porsche-Holding ihr in der Porsche AG gebündeltes operatives Fahrzeuggeschäft ganz an VW verkauft. Porsche würde damit einen Großteil der Milliardenschulden los, die vor allem durch die angestrebte Übernahme von VW angesammelt wurden. Piechs Macht würde mit diesem Schritt wachsen, während die Familie Porsche und der von ihr gestützte Wiedeking geschwächt würden.

In Stuttgart wird die Offerte abgelehnt. „Das ist kein gangbarer Weg für uns“, teilte der Sportwagenbauer mit. Bei einem Teilverkauf werde die im März bei den Banken gezogene Kreditlinie über 10,75 Milliarden Euro sofort fällig. Laut „Welt am Sonntag“ ist das aber kein Problem für die Banken: „Hinter dem Punkt kann man einen Haken machen, der wird kein Show-Stopper sein“, zitierte die Zeitung eine namentlich nicht genannte Person. Vielmehr dürften die Banken den Kauf durch VW als Verbesserung der Lage sehen.

Um nicht unter das Dach von VW zu kommen, verhandelt Porsche mit Katar über eine Beteiligung. Doch das Emirat ist laut „Spiegel“ nicht bereit, durch einen Einstieg bei Porsche eine der Seiten des Machtkampfs zu unterstützen. Bis Mitte Juli will Wiedeking nun dem Aufsichtsrat in Stuttgart einen ausverhandelten Vertrag zu einem Engagement der Araber vorlegen, wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag sagten.

Der Porsche-Aufsichtsrat, der von den Familien Porsche und Piech dominiert wird, werde sich damit spätestens am 16. Juli - dem Tag des 100-jährigen Jubiläums von Audi - befassen, hieß es in den Kreisen. Laut „Focus“ haben noch andere Investoren ein Auge auf Porsche geworfen: Ein russischer und ein chinesischer Staatsfonds sowie ein Hedgefonds interessierten sich für einen Einstieg bei Porsche und an dessen Aktienoptionen an VW, berichtete „Focus“ ohne Angaben von Quellen. Doch verhandelt werde nur mit Katar. Porsche lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

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