Porsche und VW
Warum sich Porsche bei VW Zeit lässt

Porsche schiebt die Aufstockung seine VW-Anteile auf. Kein Wunder, bei dem hohen VW-Kurs, könnte man auf den ersten Blick sagen. Doch ist Porsches Verhalten wirklich geschickt? Eine Analyse der Situation.

Das Hase-und-Igel-Spiel zwischen Porsche und der Börse geht in die nächste Runde. Der Stuttgarter Sportwagenbauer nimmt bei der mehrfach noch für dieses Jahr angekündigten Aufstockung seiner Volkswagen-Anteile auf mehr als 50 Prozent den Fuß vom Gas. Als Grund nennt Porsche das schwierige wirtschaftliche Umfeld.

Nun gut, die Lage in der Automobilindustrie hat jüngst dramatisch verschlechtert. Aber der Zeitpunkt, weitere VW-Aktien zu kaufen, wäre für Porsche gerade jetzt günstig. Seit dem 28. Oktober, als der Volkswagen-Kurs auf die schwindelerregende Höhe von 1005 Euro schoss - womit der Wolfsburger Konzern mit einem Börsenwert von fast 300 Milliarden Euro vorübergehend das teuerste Unternehmen der Welt war -, geht es mit der VW-Aktie bergab.

Für die vielen Spekulanten, die in den vergangenen Monaten gegen Porsche auf fallende VW-Kurse gewettet hatten, eine bittere Lektion. Denn zu spät, um sie vor immensen Verlusten zu bewahren, tritt ihre Prognose am Ende doch noch ein. Heutiger Kurs: 265 Euro - in nur vier Wochen ein Minus von mehr als 70 Prozent.

Und Porsche? Die Macher in Stuttgart reiben sich die Hände. Der Verkauf von vermutlich zwei Millionen Kaufoptionen mit Bargeld-Ausgleich dürfte Porsche Ende Oktober einen Milliardengewinn beschert und die Kasse für den Kauf weiterer VW-Aktien aufgebessert haben. Denn am Ziel, 2009 die VW-Mehrheit auf 75 Prozent auszubauen, hält Porsche fest. Schon jetzt hält der Sportwagenbauer 42,6 Prozent der VW-Aktien direkt. Der Anteil, der über Cash-gesettelte Optionen vor einem einem neuerlichen Kursanstieg geschützt ist, dürfte jedoch von 31,5 Prozent im Oktober auf jetzt noch 30,8 Prozent gesunken sein. Macht zusammen 73,4 Prozent.

Allerdings wird Porsche nach eigner Aussage die noch zur Dreiviertel-Mehrheit fehlenden VW-Papiere von 1,6 Prozent nur zu "wirtschaftlich vertretbaren" Kursen kaufen. Die Obergrenze für einen angemessenen Unternehmenswert liege, so heißt es aus Stuttgart, bei 260 Euro - also knapp unter dem aktuellen Kurs.

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