Porsche/VW
Porsche-Betriebsrat fordert Geld von Familie

Porsche braucht einen externen Investor - und eine Kapitalerhöhung, dafür hat sich Betriebsratschef des Stuttgarter Sportwagenherstellers, Uwe Hück, ausgesprochen. Und Hück sieht die Eigner-Familien in der Pflicht. Diese sollen Geld in den klammen Autobauer pumpen. Unterdessen lässt Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff seine Muskeln spielen.

fas/mcs/HB MÜNCHEN/HAMBURG. Alles läuft bei Porsche auf Katar zu. Nachdem die Online-Ausgabe der "Bild" unter Berufung auf Konzernkreise bereits von einer Vorentscheidung zu Gunsten des Emirats berichtet hat, steht nun auch der Betriebsrat voll hinter einem externen Investor. Porsche-Gesamtbetriebsratschef Uwe Hück hat sich für den Einstieg eines externen Investors bei dem hoch verschuldeten Sportwagenbauer ausgesprochen. Hück sagte in Weissach bei Stuttgart nach einer Betriebsversammlung vor Journalisten: "Wir dürfen das Geld von VW nicht dafür verwenden, dass Milliardäre reicher werden." Volkswagen brauche seine Gelder selber. Die Krise in der Automobilindustrie fange erst an.

Das Porsche-Management favorisiert den Einstieg von Katar bei dem Stuttgarter Konzern. Außerdem liegt auch noch der Vorschlag des VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch auf dem Tisch, wonach die Wolfsburger knapp 50 Prozent am Sportwagenbauer übernehmen sollen. Hück, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef der Porsche-Holding ist, sagte weiter, die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch hätten den Arbeitnehmervertretern versprochen, dass der Sportwagenbauer selbstständig bleibe.

Hück hat die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch aufgefordert, Geld in den angeschlagenen Autobauer zu pumpen. "Die Familien müssen was machen. Sie dürfen sich nicht zurückziehen", sagte Hück. Er sprach sich für eine Kapitalerhöhung bei Porsche aus. Verhandelt wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur DPA über eine Größenordnung von bis zu fünf Milliarden Euro, die mit Hilfe der Familien Porsche und Piëch realisiert werden soll. Nach Hücks Einschätzung kann aber nur ein externer Investor Porsche helfen, die Milliardenschulden abzubauen.

Hück erklärte, eine Entscheidung über die Zukunft des Sportwagenbauers sei noch nicht gefallen. "Wir werden das geordnet im Aufsichtsrat diskutieren."

Dass mit einem Einstieg von Katar wieder eine Übernahme von VW durch Porsche zumindest theoretisch denkbar wäre, bringt Niedersachens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) auf die Barrikaden. Dieser will mit allen Mitteln eine Übernahme von Volkswagen durch Porsche verhindern.

"Eine feindliche Übernahme wird nicht klappen", sagte Wulff, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, dem Onlineportal "süddeutsche.de". Porsche und VW funktionierten nur im Miteinander und nicht im Gegeneinander. Er kenne keine Tiere, bei denen "der Schwanz mit dem Hund wedelt". Laut "süddeutsche.de" ist eine Entmachtung Wiedekings nur noch eine Frage von Stunden - zumindest aus niedersächsischer Sicht. In Zuffenhausen sieht das freilich anders aus, dort versucht Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück die Reihen in der Belegschaft zu schließen - und erhebt schwere Vorwürfe gegen Wulff.

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