Porsche/VW
Zuffenhausen zwischen Bangen und Hoffen

Als Vernunftehe hat Porsche-Chef Wendelin Wiedeking die geplante Fusion des Sportwagenbauers mit VW vor Beschäftigten bezeichnet. Die wissen noch nicht, was sie davon halten sollen. Zuffenhausen steht zwischen Bangen und Hoffen.

HB STUTTGART. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Betriebsratschef Uwe Hück haben am Donnerstag tausende Mitarbeiter des Sportwagenbauers bei einer Betriebsversammlung über die geplante Fusion mit Volkswagen informiert. "Es ist keine Hochzeit im Himmel, sondern eine Vernunftsehe", sagte Wiedeking nach dpa-Informationen vor rund 3000 Beschäftigten im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen.

"Wir haben weiterhin die Vision, den besten Automobilkonzern der Welt zu formen." Hück habe angekündigt, bei den Gesprächen in den nächsten Wochen weiter für die rund 12.000 Porsche-Beschäftigten zu kämpfen, hieß es. Die Eigenständigkeit von Porsche müsse gewahrt bleiben.

Rückblick: Stuttgart-Zuffenhausen, Donnerstag, sechs Uhr morgens. Hinter dem Firmensitz von Porsche geht langsam die Sonne auf. Schichtbeginn am Tag eins nach Verkündung der Fusionspläne des Sportwagenherstellers mit Volkswagen - Stunden vor der Betriebsversammlung.

Sehr gesprächig sind die Arbeiter an diesem Morgen nicht. Die meisten hasten vorbei, viele winken nur ab. "Kein Kommentar! Ich habe es eilig." Noch ist nicht klar, wie die Zukunft von Porsche aussehen wird - da könnte ein falsches Wort schaden. Das Interesse an den Plänen der Automobilkonzerne ist aber riesig. Das zeigt sich schon in der S-Bahn. Überall versenken Menschen ihre Nasen in Zeitungen, Worte wie "Fusion", "vollständig" und "eigenständig" schwirren durchs Abteil.

Wer sich am Werkstor äußert, gibt sich meist abwartend zuversichtlich. "Ich halte den Arbeitsplatz für gesichert", sagt etwa Hannelore Eisemann. Sie geht fest davon aus, dass Porsche-Chef Wiedeking bleibt, auch wenn erst in den kommenden vier Wochen über die neue Struktur entschieden werden soll. "Alles andere wird sich zeigen", sagt sie. Mario Rollnik (39) sagt, der Zusammenschluss biete auch eine Chance, denn Porsche als Hersteller würde es in diesen Zeiten eher schwer haben, meint er. "Es gibt immer zwei Seiten."

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