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27.06.2007 

Welche Konzerne bereits eine Europa-AG sind und welche planen, es zu werden. Tabelle: HandelsblattLupe

Welche Konzerne bereits eine Europa-AG sind und welche planen, es zu werden. Tabelle: Handelsblatt

Entscheidender Grund ist aber bei vielen deutschen Firmen ein anderer: „Gestaltungsmöglichkeiten bei der Mitbestimmung sind ein Hauptmotiv für die Umwandlung in eine SE“, beobachtet Thorsten Reinhardt, Partner der Kanzlei Noerr Stiefenhofer Lutz. Zwar kann die Mitbestimmung nicht einfach ausgehebelt werden, aber zumindest eingedämmt.

In einer SE gilt das Mitbestimmungsrecht nicht automatisch. Alle Regeln müssen von Arbeitnehmervertretern und Arbeitgebern verhandelt werden. Diese Gespräche können bis zu sechs Monate dauern, bei der BASF hat diese Phase gerade begonnen. Der Konzern will den Aufsichtsrat von 20 auf zwölf Mitglieder verkleinern und so „die Arbeit in den Gremien effizienter machen“. Zudem soll die Arbeitnehmerbank internationaler werden: In einer SE sollen Arbeitnehmer aus den Ländern im Aufsichtsrat sein, in denen die Firma die meisten Geschäfte macht.


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Diese Verkleinerung hat Wirkung: Statt wie früher zwölf gibt es in großen SE-Konzernen nur noch sechs Arbeitnehmervertreter – und die kommen noch dazu aus verschiedenen Ländern: Kein Wunder, dass die deutschen Gewerkschaften um Einfluss bangen. Auch die Gruppe der leitenden Angestellten in Konzernen fürchtet um ihre Sitze in den Kontrollgremien und um die „künftige Qualität der Aufsichtsräte“.

Doch an Regeln wie der paritätischen Mitbestimmung kann auch in einer SE nicht einfach gerüttelt werden. Denn die Arbeitnehmer müssen keinerlei Einbußen hinnehmen: Stimmen sie Änderungen nicht zu, bleibt in der SE alles so wie vorher. Porsches Motive für die Umwandlung sind typisch: Zwar will der Konzern keinerlei Abstriche bei der Mitbestimmung machen. Ziel sei aber, die bisherige Größe des Aufsichtsrates mit zwölf Mitgliedern beizubehalten, erläutert ein Sprecher. Das heißt: Als SE muss Porsche das Kontrollgremium nicht auf 20 Mitglieder erhöhen, sollte der Konzern einmal die Marke von 20 000 Mitarbeitern überschreiten – bisher sind es konzernweit rund 11 000. Bei Porsche ist es Tradition, dass Arbeitnehmer eng eingebunden werden und Entscheidungen voll mittragen. „Kooperativer Führungsstil“, nennt das Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Im Gegenzug werden die Beschäftigten kräftig am Gewinn beteiligt.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Porsche könnte fix nach Österreich türmen

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