Porsche will einsteigen

Hintergrund: VW-Anteilseigner und VW-Gesetz

Der Sportwagenhersteller Porsche hat angekündigt, 20 Prozent des stimmberechtigten Kapitals von Volkswagen übernehmen zu wollen, um so eine feindliche Übernahme des Wolfsburger Autobauers zu verhindern, sollte das VW-Gesetz kippen.

HB WOLFSBURG. Mit der Anteilsübernahme würde der Stuttgarter Sportwagenbauer zum wichtigsten VW-Aktionär aufrücken. Völlig unklar ist bislang allerdings noch, auf welchem Weg Porsche die VW-Aktien erwerben will. Nach aktuellem Börsenkurs (51,86 € zum Xetra-Schluss am Freitag) würde ein solches Paket gut 3,3 Mrd. € kosten.

Bisher größter VW-Aktionär ist das Land Niedersachsen, das 18,2 % der knapp 320,3 Mill. stimmberechtigten Stammaktien hält. Berücksichtigt man die rund 105,2 Mill. Vorzugsaktien, entspricht der Anteil des Landes 13,7 % des VW-Kapitals (Stand: 31.12 2004). Die Vorzugsaktien sind bei der Beurteilung der Machtverhältnisse jedoch irrelevant, weil mit ihnen anders als bei Stammaktien kein Stimmrecht in der Hauptversammlung verbunden ist.

Zweitgrößter VW-Aktionär ist bislang der US-Investmentberater Brandes Investment Partners (San Diego), der Anfang 2004 eine Beteiligung von zunächst 6,15 % angezeigt hatte. Diese Beteiligung, die im Auftrag von Mandanten gehalten wird, wurde Mitte 2004 auf 10,65 % der Stammaktien aufgestockt.

Ein neuer institutioneller Großaktionär ist die US- Beteiligungsgesellschaft The Capital Groups Companies (Los Angeles), die im März 2005 einen Anteil von 5,12 % der Stammaktien angezeigt hat.

Volkswagen selbst hält über ihre Tochter Volkswagen-Beteiligungs- Gesellschaft über 13 % der Stammaktien, darf allerdings die damit verbundenen Stimmrechte nicht ausüben. Der Anteil entspricht einem Anteil von 9,8 % des gesamten Gezeichneten Kapitals. Verhandlungen über den Verkauf dieses Paketes an das Golfemirat Abu Dhabi waren im September 2004 an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert.

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