Porsche zeigt neuen Cayenne
Die ungewisse Zukunft der Diesel-Variante

Porsche hat den neuen Cayenne präsentiert. Es gibt noch keine Entscheidung darüber, ob der Geländewagen auch eine Diesel-Motorisierung bekommen wird. Der Sportwagenhersteller geht damit auf langsame Distanz zum Diesel.
  • 6

StuttgartDas so sehr belastete D-Wort darf an diesem Abend zunächst nicht fallen. Tänzerinnen ganz in Weiß gekleidet bewegen sich graziös zu klassischer Musik auf dem Dach des Porsche-Museums in Stuttgart-Zuffenhausen. Weiße Luftballons steigen in den Nachthimmel auf und sollen von dem neuen Auto künden, das der Sportwagenhersteller vor Journalisten aus aller Welt zu abendlicher Stunde präsentiert.

Auf der Bühne fährt der neue Porsche Cayenne vor, die dritte Generation des Geländewagens aus Stuttgarter Produktion. Ausgerechnet das Auto, das der Volkswagen-Tochter in den vergangenen Wochen so große Probleme bereitet hat. Wegen möglicher Manipulationen an der Motoren-Software hatte das Bundesverkehrsministerium einen Verkaufsstopp für den Cayenne mit Drei-Liter-Dieselmotor verhängt. Die verkauften Autos, die auf den Straßen unterwegs sind, bekommen ein Software-Update. Gut 21.000 Kunden müssen sich auf einen Brief ihres Porsche-Händlers vorbereiten.

Der Rückruf und der Verkaufsstopp betreffen die zweite Cayenne-Generation. Porsche-Vorstandschef Oliver Blume will doch aber an diesem Abend die neue, die dritte Generation präsentieren, die im Dezember bei den deutschen Händlern stehen soll. Deshalb sind die Diesel-Manipulationen und deren Folgewirkungen für ihn zunächst kein Thema. Blume muss das lästige D-Wort nicht erwähnen.

Die Cayenne-Erfolgsbilanz geht ihm da schon viel leichter von den Lippen. 760.000 Autos des SUV aus Stuttgart sind in den vergangenen 15 Jahren verkauft worden – und mit der dritten Generation sollen es noch deutlich mehr werden. „Das neue Auto ist sportlicher, länger und breiter geworden“, verspricht der Porsche-Chef. Der Cayenne gehöre heute zu den tragenden Säulen des Geschäfts in Stuttgart, von der gesamten Jahresproduktion von knapp 240.000 Autos entfallen etwa 70.000 auf den SUV.

Porsche sei es mit dem Fahrzeug gelungen, den Mythos des erfolgreichen Sportwagenherstellers auch auf einen Geländewagen zu übertragen. Und mit der dritten Generation werde alles noch besser und viel dynamischer: „Noch nie hatte ein Cayenne so viel Erbgut vom Porsche 911.“ Mit dem neuen Modell verfolge Porsche auch konsequent den Weg der Digitalisierung, der Cayenne sei „immer online“.

Dann präsentiert der Vorstandschef auch die Motorisierung des neuen Modells. Blume verkündet, dass zum Verkaufsstart zunächst zwei Benziner-Varianten geplant seien. Porsche-typisch mit starker Motorleistung, einmal mit 340 und das andere Mal mit 440 PS. Der SUV soll ordentlich und schnell bewegt werden können, schließlich wiegt der Cayenne gute zwei Tonnen. Langsamkeit ist in Stuttgart definitiv kein Thema.

Auch bis zu diesem Zeitpunkt ist das D-Wort noch immer nicht gefallen. Obwohl sich Porsche-Kunden beim Geländewagen immer sehr stark für diese Art der Motorisierung interessiert haben. 70 Prozent der Cayenne-Fahrzeuge sind in Europa zuletzt mit einem Diesel-Aggregat ausgeliefert worden, in Deutschland waren es sogar 80 Prozent. Der Hauptgrund: Die niedrigen Verbrauchswerte des Selbstzünders, die sich beim schweren Cayenne besonders stark bemerkbar machen.

Seite 1:

Die ungewisse Zukunft der Diesel-Variante

Seite 2:

Dann fiel das D-Wort doch noch

Kommentare zu " Porsche zeigt neuen Cayenne: Die ungewisse Zukunft der Diesel-Variante"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Interessant ist aber die Tatsache, dass der neue Cayenne ausschließlich in
    Bratislava / Slowakei produziert wird. Wieso wird es mit keinem Wort erwähnt ?
    Ist es etwa imageschädigend ? Zur Beruhigung, auch der Tuareg und Audi Q7
    werden ausschließlich in der Slowakei produziert. Und der neue Audi Q 8 ist auch
    für Bratislava vorgesehen......

  • Porsche wäre von allen guten Geistern verlassen, wenn sie den Drecksmotor von Audi weiter anbieten würden. Sie können sich jetzt mit dem neuen Modell relativ elegant von diesem Irrweg entfernen, der ihrem Image von Anfang an geschadet hat.

    Wer Porsche fahren will und kein Geld für die Tanke hat, ist ohnehin falsch beraten.

  • Man könnte den Dieselmotor doch gleich so weiterentwickeln, dass er nur noch mit Pisse fährt, dann wäre auch das Gülleproblem der Bauern gelöst und die könnten sich wieder einmal dummunddämlich verdienen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%