Portugal
GM-Mitarbeiter wollen Werksschließung verhindern

Das portugiesische Werk des Autokonzerns General Motors (GM) in Azambuja steht trotz der Gegenwehr der Belegschaft offenbar kurz vor der Schließung. Am Montag wollen Management und Arbeitnehmervertreter noch einmal über eine Lösung für die bedrohte Produktionsstätte verhandeln.

HB FRANKFURT. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen wird der Konzern den rund 1 200 Beschäftigten der Fertigungsstätte, in der bisher der Opel-Lieferwagen Combo gebaut wurde, die Entscheidung am Mittwoch verkünden.

Wie es weiter hieß, sollen die Bänder in Azambuja bereits am 31. Oktober dieses Jahres angehalten werden. Für diesen Fall drohe die portugiesische Regierung dem Autohersteller allerdings damit, Subventionen von 30 Mill. Euro zurückzufordern. Dies könnte dem Werk noch einen Aufschub verschaffen, heißt es. Heute wollen sich Management und Arbeitnehmervertreter treffen, um noch einmal über eine Lösung für das bedrohte Werk zu verhandeln, sagte der oberste Arbeitnehmervertreter von GM in Europa, Opel-Betriebsratschef Klaus Franz, dem Handelsblatt. Erst vor wenigen Wochen hatte GM 900 Stellen im britischen Werk Ellesmere Port gestrichen.

Als Reaktion auf die sich anbahnende Schließung bereitet das Europäische GM-Arbeitnehmerforum nach Worten von Franz schon ab Dienstag Protestaktionen in mehreren Werken vor. Die Arbeitnehmervertreter befürchten, dass Azambuja nur der Anfang sein könnte. Das Szenario von GM sehe vor, „dass in einem ersten Schritt das Werk in Azambuja 2006 geschlossen und der Combo ins spanische Zaragoza verlagert werden soll“, heißt es in einem internen Papier des Europäischen Arbeitnehmerforums. 2008 bis 2010 stünden dann zwei Astra-Werke vor der Schließung. Schließlich seien zwischen 2012 bis 2014 mit der nächsten Generation des Kleinwagens Corsa die Werke Zaragoza und Eisenach bedroht, wird befürchtet.

Der GM-Betriebsrat hatte vorgeschlagen, für Azambuja ein benachbartes Presswerk einer konzernfremden Firma zu nutzen und Chevrolet-Produktion nach Portugal zu verlagern. Die Chance, dadurch die Produktivität zu steigern, stieß beim Management aber nicht auf Zustimmung. Die Führung von GM Europa war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Fertigungskosten in Portugal je Auto rund 500 Euro höher als an Alternativstandorten seien. Die Betriebsräte halten dieses Argument aber für vorgeschoben.

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