Portugals Energieversorger
China und Oman beteiligen sich an REN

Erst im Dezember beteiligte sich der chinesische Konzern Three Gorges an Portugals Stromriesen EDP. Nun kaufen sich Chinas State Grid Corp. und die Oman Oil Company bei dem bislang staatlichen Energieversorger REN ein.
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LissabonDas pleitebedrohte Euro-Land Portugal hat zur Sanierung der maroden Staatsfinanzen den Verkauf seines Tafelsilbers fortgesetzt. Der Ministerrat nahm am Donnerstag in Lissabon die jeweiligen Übernahmeangebote der chinesischen State Grid Corp. und der Oman Oil Company für insgesamt 40 Prozent des Kapitals des bisher staatlichen Energieversorgers REN (Redes Energéticas Nacionais) an. Dafür werde der Staat insgesamt 592,21 Millionen Euro kassieren, also etwa 150 Millionen über dem Marktwert, teilte die Regierung mit.

Mit dem 2011 begonnenen Privatisierungsprogramm will Portugal seine Schulden abbauen. Erst am 22. Dezember hatte der Wasserkraft-Stromerzeuger Three Gorges aus China mit einem Gebot von 2,7 Milliarden Euro die Ausschreibung um 21,35 Prozent des Kapitals des Stromriesen EDP gewonnen. Three Gorges, das unter anderem den deutschen Konzern Eon aus dem Rennen geworfen hatte, wurde somit Hauptaktionär von EDP.

Als Gegenleistung für das 78 Milliarden schwere Hilfspaket der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) muss das ärmste Land Westeuropas das Haushaltsdefizit von 9,8 Prozent (2010) auf 5,9 (2011) sowie auf 4,5 Prozent (2012) senken. Nach Regierungsschätzung hat Portugal das Ziel für 2012 bereits im vergangenen Jahr erreicht.

Den amtlichen Angaben zufolge übernimmt State Grid Corp. für 387,15 Millionen Euro 25 Prozent des REN-Kapitals. Die Chinesen werden somit Hauptaktionär des Betreibers des portugiesischen Stromverteilernetzes. Die Oman Oil Company will unterdessen für 15 Prozent 205,06 Millionen Euro zahlen. Nach dieser Privatisierung hält der Staat noch knapp elf Prozent des REN-Kapitals, die je nach Marktlage zum späteren Zeitpunkt an institutionelle und kleinere Investoren verkauft werden sollen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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