Porzellanhersteller
Rosenkrieg bei Rosenthal

Eine insolvente Firma zu retten ist schwer genug. Aber wenn es dann auch noch heftige Streitereien zwischen den Beteiligten gibt, wird es beinahe unmöglich. Rosenthal leidet derzeit unter einem handfesten Krach zwischen dem Insolvenzverwalter und möglichen Investoren.

HB SELB. Im Wettbewerb um die Übernahme der insolventen Rosenthal AG gibt es Streit zwischen dem Insolvenzverwalter und einem türkischen Interessenten. Insolvenzverwalter Volker Böhm wies am Donnerstag Vorwürfe des türkischen Unternehmens Kütahya Seramik Porselen zurück, es werde lediglich als Druckmittel missbraucht.

Böhm erklärte in einer Mitteilung, die Türken hätten bisher kein neues Angebot für den insolventen oberfränkischen Porzellanhersteller Rosenthal AG abgegeben. Das erste Kaufangebot von Anfang Juni habe mit lediglich zehn Mio. Euro keine Verhandlungsgrundlage geboten. Dies habe man Kütahya auch mitgeteilt. Anfang Juli habe das Unternehmen dann erklärt, es wolle ein Angebot abgeben, das drei Prozent über dem des italienischen Topf- und Besteckherstellers Sambonet liegen solle. Dieses Angebot liege noch nicht vor.

Böhm erklärte, er habe Kütahya mitgeteilt, dass er das Unternehmen unterstützen wolle, der Verkaufsprozess aufgrund des Zeitdrucks aber nicht verzögert werden könne. Entsprechende Gesprächsangebote habe Kütahya nicht angenommen. Der Insolvenzverwalter betonte, er habe dem türkischen Interessenten von Anfang an alle nötigen Informationen zur Verfügung gestellt.

Zuvor hatte sich Kütahya Seramik Porselen enttäuscht über das Verfahren geäußert. Man habe ein neues Angebot abgegeben, aber keine direkte Reaktion darauf erhalten, ließ das Unternehmen über die Deutsch-Türkische Wirtschaftsvereinigung in München mitteilen. Vorstandschef Rüstü Düver erklärte: „Dabei können wir uns des Eindrucks nicht erwehren, dass wir einerseits bei Verhandlungen mit Sambonet von der Insolvenzverwaltung als Druckmittel instrumentalisiert, andererseits als Ersatzlösung für den Fall des Scheiterns dieser Verhandlungen in Reserve gehalten werden.“

Für diese Rolle eigne sich Kütahya Seramik Porselen als einer der bedeutendsten und finanzstärksten Porzellanhersteller der Welt aber nicht. Das Interesse an Rosenthal bestehe weiter, versicherte Düver. Die Türken wollen jedoch „aufgrund dieser ungebührenden Behandlung als Ersatzinteressent“ ihre Haltung nun verändern.

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