Porzellanmarkt
Rosenthal-Verkauf soll irischen Mutterkonzern retten

Der traditionsreiche Porzellanhersteller Rosenthal könnte bald den Besitzer wechseln. Weil der bisherige Eigentümer Waterford Wedgwood dringend frisches Kapital braucht, prüft sie einen Verkauf. Dabei gehört die deutsche Luxusmarke noch zu den profitabelsten des Konzerns.

DÜSSELDORF. Der irische Porzellan- und Kristallglas-Hersteller Waterford Wedgwood bereitet den Verkauf seines deutschen Tochterunternehmens Rosenthal vor. Wie die Konzernführung gestern in Dublin bestätigte, ist dazu die Investmentbank JP Morgan mit einer „strategischen Überprüfung des Geschäfts von Rosenthal“ beauftragt worden.

Der nach Villeroy & Boch zweitgrößte Tischporzellanhersteller Deutschlands mit Sitz im fränkischen Selb beschäftigt weltweit 1 800 Mitarbeiter. Zu den Hauptmarken gehören neben Rosenthal Studio-Line die Sortimente Hutschenreuther und Thomas.

Einem Bericht der irischen „Sunday Business Post“ zufolge könnte der Mutterkonzern mit dem Verkauf 150 bis 200 Mill. Euro einnehmen. Waterford Wedgwood, mehrheitlich im Besitz des Milliardärs Anthony O’Reilly und dessen Schwager Peter Goulandris, hält seit 1997 fast 90 Prozent an der börsennotierten Rosenthal AG. Zudem haben sich die Iren in diesem Monat eine Option auf weitere 5,7 Prozent gesichert, so dass es schon bald zu einem Squeeze-out der freien Aktionäre kommen könnte.

„Der Verkauf würde der Gruppe eine willkommene Kapitalspritze verpassen“, urteilte Branchenanalyst Mark Healy von Davy Stockbrokers in Dublin. Für Waterford Wedgwood wäre sie womöglich überlebenswichtig. Im jüngsten Geschäftsbericht (Stichtag 31. März 2007) legten die Iren einen Schuldenberg von 601 Mill. Euro offen. 54 Mill. Euro zahlen sie allein für Zinsen – ein Betrag, der das negative Betriebsergebnis von 17 Mill. Euro zusätzlich belastet. Zuvor war der Umsatz um mehr als vier Prozent auf 741 Mill. Euro geschrumpft.

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