Positive Entwicklung
Conti setzt sich von schwacher Autokonjunktur ab

Der Reifenhersteller und Autozulieferer Continental hat sich nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr erneut von der schwachen Autokonjunktur abgesetzt und bei Umsatz und Ergebnis zugelegt. „Wir koppeln uns von der allgemeinen Entwicklung der Automobilindustrie, insbesondere der Hersteller ab“, sagte Conti-Chef Manfred Wennemer auf Anfrage am Donnerstag in Hannover.

Reuters HANNOVER. „Wir haben im ersten Halbjahr eine positive Entwicklung gehabt“, fügte er hinzu. Konkrete Zahlen will Conti erst am kommenden Donnerstag vorlegen. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Conti-Aktie war in den vergangenen Tagen zeitweise wegen der schwachen Autokonjunktur unter Druck geraten. Der Conti-Kurs legte am Donnerstag leicht um knapp ein Prozent auf 19,25 € zu.

Conti hatte bereits im ersten Quartal gegen den Branchentrend seinen Umsatz um gut 3 % auf 2,8 Mrd. € und sein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) um mehr als 24 % auf 183 Mill. € erhöht.

Analysten erwarten zweites Quartal auf Vorjahresniveau

Analysten erwarten im zweiten Quartal aufgrund eines sehr starken zweiten Vorjahresquartals eher eine Bilanz auf Vorjahresniveau, so dass unter dem Strich für das erste Halbjahr 2003 allerdings noch immer ein deutlicher Zuwachs bliebe. 2002 machten sich bei Conti im zweiten Quartal erstmals die fünf Werksschließungen im Reifenbereich und die Verlagerung zusätzlicher Reifenproduktion an Niedrigkosten-Standorte in Osteuropa bemerkbar.

Für das zweite Quartal 2003 rechnen die Analysten von Sal. Oppenheim bei einem leichten Umsatzplus von erneut 3 % auf 3 Mrd. € mit einem Ebita von 193 Mill. €, was gegenüber dem Vorjahr ein Minus 3 % bedeuten würde. Für das erste Halbjahr bliebe nach den Schätzungen von Sal. Oppenheim allerdings immer noch ein Ebita-Zuwachs um 8,4 % auf 376 Mill. €.

Conti-Chef Wennemer hatte zuletzt auf der Hauptversammlung Mitte Mai für 2003 ein leichtes Umsatzwachstum und ein operatives Ergebnis über dem Rekordniveau des Vorjahres von 694 Mill. € angekündigt. Nach Angaben von Firmen-Sprecher Hannes Boekhoff hat Conti im ersten Halbjahr sowohl bei der Zuliefersparte Automotive Systems als auch im europäischen Reifengeschäft zugelegt.

Zum Verlauf des seit längerem verlustreichen Reifengeschäfts in Nordamerika wollte er sich unter Verweis auf die konkreten Zahlen in der kommenden Woche nicht äußern. Conti ging bisher davon aus, dass trotz der in den USA eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen in diesem Jahr erneut Verluste zu erwarten seien. Im vorigen Jahr schloss das US-Reifengeschäft mit rund 109 Mill. € Verlust ab.

Conti gilt als Dax-Kandidat

Der Hannoversche Konzern zählt kommenden Donnerstag erneut zu den Kandidaten für eine Aufnahme in den Deutschen Aktien-Index Dax. Allerdings werden den Konzernen T-Online und Beiersdorf von Analysten etwas bessere Chancen eingeräumt, in den DAX aufzurücken, falls der Heidelberger Finanzdienstleister MLP seinen Platz verlieren sollte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%