Positive Prognose
ThyssenKrupp sieht kein Ende des Stahlbooms

Der Industriekonzern ThyssenKrupp sieht für die erste Jahreshälfte noch kein Ende des Stahlbooms. Zum 1. April will das Unternehmen die Preise um bis zu 15 Prozent anheben.

HB DÜSSELDORF. Der Industriekonzern ThyssenKrupp sieht zumindest für die erste Jahreshälfte noch kein Ende des Stahlbooms. "Wir haben den stärksten Auftragseingang seit fünf Jahren", beschrieb Jost Massenberg, Vorstandsmitglied von ThyssenKrupp Steel, am Dienstag die Entwicklung seit Jahresbeginn. Lagerbestände seien abgebaut und die Importe verringert worden. Davon profitiere ThyssenKrupp.

Massenberg kündigte auf einem Branchentreffen in Düsseldorf zudem an, die Stahlpreise wegen der gestiegenen Rohstoffkosten zum 1. April um zehn bis 15 Prozent anzuheben. Ein Ende der starken Nachfrage sehe er auch danach nicht. "Die Kunden werden versuchen, möglichst viel zu den alten Preisen herauszuholen", sagte der Manager. Der März werde voraussichtlich einer der stärksten Monate seit langer Zeit. Der Boom betreffe alle Flachstahlprodukte wie etwa Warmband oder Grobblech. Die gute Nachfrage werde sich wohl in den Monaten April, Mai und Juni fortsetzen. "Ich kann noch keine Überhitzung erkennen. In allen Kundengesprächen wird das Gesamtjahr 2008 ausgesprochen positiv prognostiziert", sagte er.

An der Börse legte die ThyssenKrupp -Aktie nach den Äußerungen Massenbergs gegen den Markttrend um rund zwei Prozent zu und zählte damit zu den größten Dax-Gewinnern.

ThyssenKrupp kämpft wie die Konkurrenten Salzgitter oder ArcelorMittal mit deutlich gestiegenen Kosten für Rohstoffe wie Eisenerz oder Kokskohle. Dem Unternehmen zufolge haben sich die Preise für Feinerz seit 2002 fast verfünffacht. Bei den Verhandlungen mit seinem brasilianischen Erz-Lieferanten Vale hatte ThyssenKrupp kürzlich einen Preisanstieg um rund 65 Prozent akzeptiert.

Der Rohstoffmarkt wird von wenigen Unternehmen dominiert, so dass selbst große Stahlkonzerne eine schwache Verhandlungsposition haben. Wegen der boomenden Nachfrage konnten sie in den vergangenen Jahren aber die explodierenden Rohstoffkosten gut wegstecken. ThyssenKrupp hebt die Preise für die verschiedenen Stahlprodukte zum 1. April um bis zu 100 Euro je Tonne an. Auch Salzgitter und ArcelorMittal drehen an der Preisschraube. Zum 1. Juli wolle ThyssenKrupp eine weitere Erhöhung durchsetzen, sagte Massenberg.

Das Stahlgeschäft hat dem auch im Anlagen-, Aufzugs- und Marinegeschäft aufgestellten Industriekonzern zuletzt zu einem Rekordgewinn nach dem anderen verholfen. Im Geschäftsjahr 2006/07 hatte ThyssenKrupp Steel die Hälfte des Konzerngewinns von 3,3 Mrd. Euro beigesteuert.

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