Positiver Ausblick
Gerry Weber strotzt vor Kraft

Gerry Weber sieht sich ungeachtet der konjunkturellen Risiken weiter auf Rekordkurs. Umsatz und Gewinn legten in hohem Tempo zu. An der Börse kam Unternehmensgründer Gerhard Weber mit den Nachrichten gut an.
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Halle/WestfalenIn den ersten neun Monaten profitierte das seit Kurzem im MDax notierte Unternehmen von einer hohen Nachfrage im In- und Ausland. Der Umsatz sei in den ersten neun Monaten um 13 Prozent auf 486,8 Millionen Euro geklettert, teilte das Unternehmen am Mittwoch im westfälischen Halle mit. Der Gewinn stieg um 26 Prozent auf 36 Millionen Euro. Experten hatten mit einem Anstieg in dieser Größenordnung gerechnet.

Im Geschäftsjahr 2010/11 (31. Oktober 2011) rechnet der Konzern weiter mit einem Umsatzplus von mehr als zehn Prozent auf etwa 700 Millionen Euro. Zudem soll die Marge basierend auf dem Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf mehr als 14 (Vorjahr: 12,8) Prozent zulegen. „Auch in den kommenden zwei bis drei Jahren soll der Umsatz jeweils zweistellig wachsen. Die EBIT-Marge dürfte sich dann auf 15 Prozent verbessern“, hieß es zum mittelfristigen Ausblick. Auch hier bekräftigte Gerry Weber die bisherige Prognose. Zu diesem Wachstum soll der Ausbau des internationalen Geschäfts beitragen.

Der Modekonzern will vor allem in Asien, dem mittleren Osten und in Nordamerika weiter expandieren. „Auch die Aktivitäten in Frankreich, der Schweiz und Italien sollen ausgebaut werden“, hieß es in der Mitteilung. Der erste Schritt in den amerikanischen Markt sei vielversprechend verlaufen. Unternehmenschef Gerhard Weber will sich jedoch in dem schwierigen amerikanischen Markt nicht wie zuvor viele deutsche Unternehmen die Finger verbrennen und dämpft daher die Erwartungen: „Allerdings werden wir in den USA vorsichtig agieren und die Flächen zunächst durch Partner führen lassen, die den lokalen Markt sehr gut kennen“.

Gerry Weber setzt auf eigenen Handel

Als weiteren Grund für den positiven Verlauf nannte Konzernchef Gerhard Weber am Mittwoch die florierenden Geschäfte in den in Eigenregie und Franchise betriebenen Läden. „Das Retail-Segment ist und bleibt unser größter Wachstumsmotor.“ Erfolgreich sei zudem der Internet-Handel, der zweistellig zulege.

Mit seiner Konzentration auf den eigenen Handel, versucht der Bekleidungshersteller, Trends gezielt zu analysieren. Gerry Weber will bewusst keine Trends selbst setzen, sondern auf bestehende Trends aufspringen. Der Vorteil: Es gibt deutlich weniger unverkäufliche Teile im Angebot. Außerdem punktet das Unternehmen mit großen Größen.

An der Börse kam Weber mit den Nachrichten gut an: Die Aktie notierte mit 23,17 Euro über ein Prozent im Plus und knapp unter dem Jahreshoch. Die Zahlen und Aussichten seien gut, kommentierte DZ-Bank-Experte Christian Douglas, der seine Kaufempfehlung bekräftigte.


dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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