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Positiver Ausblick: Leichter Aufwind für Pharmamärkte

Der weltweite Pharmamarkt dürfte in den nächsten Jahren etwas stärker wachsen als bislang erwartet: Die Marktforscher von IMS Health haben ihre Prognose für die nächsten fünf Jahre nach oben gehoben, weil die Nachfrage nach Arzneimitteln in 2009 höher als erwartet ausgefallen ist. Das geschätzte Wachstum in Deutschland fällt hingegen vergleichsweise moderat aus.

Insulinproduktion bei Sanofi Aventis in Frankfurt: Der deutsche Pharma-Markt wächst nur noch verhalten. Quelle: LAIF
Insulinproduktion bei Sanofi Aventis in Frankfurt: Der deutsche Pharma-Markt wächst nur noch verhalten. Quelle: LAIF

FRANKFURT. Mit durchschnittlich vier bis sieben Prozent jährlich soll der Weltpharmamarkt nun währungsbereinigt bis zum Jahr 2013 wachsen, bisher war IMS von drei bis sechs Prozent ausgegangen. 2008 hatten sich die globalen Arzneimittelumsätze auf rund 770 Mio. Dollar summiert. Im Jahr 2013 könnten es laut IMS-Prognose mehr als 975 Mrd. Dollar sein.

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Vor allem der weltgrößte Pharmamarkt USA, auf den etwa 40 Prozent des globalen Umsatzes entfallen, hat sich besser als erwartet entwickelt. Im April rechneten die Marktforscher hier noch mit einem Rückgang der Umsätze von ein bis zwei Prozent, jetzt soll der Markt in diesem Jahr bis zu 5,5 Prozent wachsen.

Doch auch wenn der Ausblick positiv ist: Die Pharmabranche war über Jahre weitaus höhere Wachstumsraten gewohnt. Anfang des Jahrzehnts beispielsweise legte der weltweite Pharmamarkt jährlich noch zweistellig zu. Das Plus von 4,8 Prozent im vergangenen Jahr markiert für die Branche einen Tiefpunkt. „Alles in allem bleibt das Marktwachstum auf historisch niedrigem Niveau“, sagt IMS-Marktforscher Murray Aitken. In den meisten entwickelten Märkten werde das Wirtschaftsklima einen weiter dämpfenden Einfluss haben – insbesondere dort, wo die Gesundheitssysteme vornehmlich öffentlich finanziert sind und die Budget-Defizite steigen.

Beispiel Deutschland: Hier fällt die Vorausschau mit einem geschätzten durchschnittlichen Wachstum von 3,2 Prozent bis 2013 eher moderat aus. Im nächsten Jahr rechnen die IMS-Marktforscher sogar nur mit einem Zuwachs von 2,3 Prozent. 2008 betrug der Umsatz der Pharmaindustrie 37 Mrd. Dollar, ein Plus von 4,9 Prozent. In Deutschland als entwickeltem Markt wächst zwar schon allein infolge der demografischen Entwicklung der Bedarf an Medikamenten, jedoch vergleichsweise weniger stark als in Schwellenländern. Die sieben aufstrebenden Pharmamärkte Brasilien, China, Indien, Mexiko, Russland, Südkorea und die Türkei haben aktuell zwar erst einen Anteil von zwölf Prozent am Weltpharmamarkt, sollen in den nächsten fünf Jahren aber um 13 bis 16 Prozent wachsen, China sogar weiterhin mit einer Rate von 20 Prozent.

Die Pharmabranche hat jenseits von Budgetrestriktionen und gesamtwirtschaftlicher Entwicklung auch eigene Probleme, die ihr Wachstum bremsen. In den nächsten Jahren bis 2013 laufen Patente auf Originalmedikamente aus, die für Umsätze von 137 Mrd. Dollar stehen. Das sind immerhin rund 18 Prozent des Marktvolumens von 2008. Pfizers Blutdrucksenker Lipitor mit zuletzt 13,7 Mrd. Dollar gehört dazu, ebenso der Blutverdünner Plavix von Sanofi und Bristol-Myers Squibb mit 8,6 Mrd. Dollar Umsatz und Seretide, ein Asthma-Mittel von Glaxo Smithkline, das zuletzt einen weltweiten Umsatz von 7,7 Mrd. Dollar machte.

Weil mit Patentablauf bereits billige Nachahmerpräparate bereit stehen, die den Originalpräparaten binnen kürzester Zeit den Großteil des Umsatzes abnehmen, suchen fast alle großen Pharmakonzerne verstärkt nach Möglichkeiten, diese Umsatzausfälle zu kompensieren. Zukäufe von vielversprechenden Medikamentenkandidaten oder die Expansion in attraktive Schwellenmärkte stehen dabei ganz oben auf der Agenda.

Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer hat zu Jahresbeginn für die Rekordsumme von 68 Mrd. Dollar den US-Konkurrenten Wyeth übernommen – unter anderem auch wegen der attraktiven Produktkandidaten in der Impfstoffsparte. Bei dem französischen Sanofi-Aventis-Konzern ist es die erklärte Strategie von Chef Christopher Viehbacher, quer über Marktsegmente und Regionen nach Zukaufsmöglichkeiten zu suchen. So hat das Unternehmen in der Vergangenheit nicht nur den tschechischen Generikahersteller Zentiva gekauft und sich gezielt in Schwellenländern wie Indien, Brasilien und Mexiko verstärkt. Vor kurzen erwarb Sanofi-Aventis auch den noch ausstehenden 50-Prozent-Anteil an dem Tiermedizin-Joint-Venture mit Wyeth. Außerdem forciert das Unternehmen die Kooperation mit kleinen Biotechfirmen.

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