Positiver Jahresauftakt
Pharmabranche stärker als erwartet

Die Pharmabranche befindet sich offenbar in besserer Verfassung als viele ihr im vergangenen Jahr noch zugetraut hatten. Relativ kräftige Umsatzsteigerungen sowie Sparprogramme bescherten der Branche im ersten Quartal einen operativen Gewinnzuwachs von rund einem Fünftel. Etwa die Hälfte der großen Pharmakonzerne, darunter auch die deutschen Hersteller Schering, Merck KGaA und Altana, hat die Erwartungen übertroffen.

FRANKFURT. Als vorerst letzter Vertreter der Branche hat am Freitag die französische Sanofi-Aventis-Gruppe die positive Entwicklung bestätigt. Der Konzern, der vor zwei Jahren aus der Übernahme von Aventis durch Sanofi entstand, steigerte im ersten Quartal seinen Umsatz um knapp ein Zehntel auf sieben Mrd. Euro. Bereinigt um Währungseffekte lag das Plus noch bei rund fünf Prozent. Der um Integrationskosten bereinigte Nettogewinn erhöhte sich nach Angaben des Unternehmens um gut 50 Prozent. Klammert man zudem noch einen Sonderertrag von 461 Mill. Euro aus dem Verkauf des Diabetes-Medikaments Exubera (an Pfizer) aus, ergibt sich ein Gewinnplus von etwa einem Fünftel.

Sanofi-Aventis musste zwar starke Einbußen beim Allergiemedikament Allegra und drei weiteren Produkten verkraften, die 2005 den Patentschutz in den USA verloren haben. Kräftige Umsatzsteigerungen bei Mitteln wie dem Blutverdünner Plavix oder dem Diabetespräparat Lantus konnten diesen Effekt jedoch mehr als kompensieren. Besonders stark legte zudem das Impfstoffgeschäft zu. Für das Gesamtjahr stellt die Nummer drei der Pharmabranche ein Ertragsplus auf vergleichbarer Basis von zehn Prozent in Aussicht.

Die Entwicklung bei dem französischen Konzern ist in mehrfacher Hinsicht typisch für das Geschehen in der Branche: Insgesamt dämpfen Patentabläufe das Wachstum bisher weniger stark als befürchtet. Deutlich ausgebremst werden derzeit lediglich die US-Schwergewichte Pfizer, Merck & Co sowie Johnson & Johnson. Der US-Konzern Abbott verbuchte zwar ebenfalls Einbußen, doch war dies ausschließlich Folge von Änderungen im Vertriebsabkommen mit dem Partner Boehringer.

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