Positiver Trend bei Chrysler
Daimler ringt um Mitsubishi-Zukunft

Anlässlich der Hauptversammlung von Daimler-Chrysler bekräftigte der Autobauer zwar sein Ergebnisziel für das laufende Jahr, zum Sorgenkind Mitsubishi äußerte sich Vorstandschef Jürgen Schrempp allerdings nur vage. Es wird spekuliert, dass der japanische Partner 5,5 Milliarden Euro für die Sanierung benötigt. Die umstrittenen Aktienoptionspläne wurden unterdessen aufgegeben.

HB BERLIN. Der Konzern werde den Gewinn aus dem laufenden Geschäft gegenüber den 2003 erzielten 5,1 Mrd. € leicht steigern, sagte Schrempp auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin. Mit deutlichen Verbesserungen sei erst in den Jahren 2005 und 2006 zu rechnen. Das Unternehmen kenne seine Stärken und habe einen klaren Fahrplan, betonte er. Ein Schwerpunkt sei die Forcierung der konzernweiten Integration.

Bei der US-Tochter Chrysler habe sich im ersten Quartal 2004 der positive Ergebnistrend fortgesetzt, der sich schon seit dem dritten Quartal 2003 gezeigt habe, sagte Schrempp. Der Autobauer will nach früheren Angaben in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Die Nutzfahrzeug-Sparte habe im ersten Quartal einen deutlichen Anstieg der Absatzzahlen vor allem im Lkw-Geschäft verzeichnet, auch die Auftragseingänge seien erfreulich. Auch das Geschäft mit Finanzdienstleistungen laufe gut.

Die Kosten für die Einführung der Lkw-Maut werden das Ergebnis des Stuttgarter Autokonzerns 2004 nach Angaben von Finanzvorstand Manfred Gentz stärker belasten als 2003. Aus der Einigung des Mautkonsortiums „Toll Collect“ mit der Bundesregierung und den laufenden Kosten ergebe sich eine höhere Belastung, räumte Gentz ein. Das System soll in einer abgespeckten Version Ende 2004 starten. Die auf Daimler-Chrysler entfallenden Kosten für Toll Collect 2003 waren zuvor auf 250 Mill. € beziffert worden. Die ebenfalls mit 45 % an Toll Collect beteiligte Deutsche Telekom hatte ihre Zusatzkosten mit 440 Mill. € beziffert.

Den Einstieg des Konzerns bei dem vor einer erneuten grundlegenden Sanierung stehenden japanischen Autobauer hat Daimler-Chrysler verteidigt. Seine globale Strategie sei richtig. „Wir haben uns an Mitsubishi Motors beteiligt, um eines der größten Wachstumspotenziale unseres Marktes zu erschließen“, sagte Schrempp am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin mit Blick auf den asiatischen Markt. „Trotz der Probleme trägt unsere Zusammenarbeit Früchte“, verwies er auf die Entwicklung gemeinsamer Motoren und Plattformen sowie auf den Einstieg beim profitablen japanischen Lkw-Bauer Fuso. DaimlerChrysler hält 37 % an Mitsubishi Motors und 65 % an Fuso.

Schrempp verteidigte seine Strategie: Drei Konzernbereiche - Mercedes-Benz, die Nutzfahrzeug- und die Dienstleistungssparte - stünden sehr gut da. „Wenn ein Teil eines Unternehmens nicht gut läuft, kann man sehr leicht den Blick für das Ganze verlieren“, sagte er mit Blick auf Chrysler und Mitsubishi vor achttausend Aktionären. „Bei einem operativen Problem ändern wir nicht die Strategie, sondern bringen das Problem in Ordnung“, sagte er.

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