Positiver Trend
Zahl der Lehrstellen steigt weiter

Der positive Trend auf dem Ausbildungsmarkt dauert an: Im Oktober stieg die Zahl der Ausbildungsverhältnisse in Industrie und Handel um zehn Prozent, im Handwerk um mehr als acht Prozent. Allerdings ist Ausbildungsbereitschaft je nach Betriebsgröße sehr unterschiedlich.

BERLIN. Der positive Trend auf dem Ausbildungsmarkt hat sich auch im Oktober fortgesetzt. Die Industrie- und Handelskammern (IHK) registrierten Ende Oktober einen Zuwachs von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Handwerk lag das Plus mit 8,2 Prozent etwas niedriger. Insgesamt wurden bei den IHKs bis Ende Oktober über 356 000 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Handwerkspräsident Otto Kentzler erwartet, dass bis zum Jahresende im Handwerk die Zahl von 180 000 abgeschlossenen Lehrverträgen „sicher“ erreicht wird.

„Die Betriebe sind sich ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung bewusst und nutzen die gute Konjunktur, um die Zahl der Ausbildungsplätze weiter zu erhöhen,“ kommentierte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun die Entwicklung. „32 500 zusätzliche Lehrstellen allein im Oktober sind auch eine gute Investition in die Fachkräftesicherung.“

Nach Ansicht Kentzlers wird die Dynamik auf dem Ausbildungsmarkt einen Beitrag zum Aufbau neuer Beschäftigung im Handwerk leisten. „Nach der tiefen Rezession haben die Betriebe wieder Vertrauen gefasst und rechnen langfristig mit einem steigenden Fachkräftebedarf“, so Kentzler.

Angesichts von bisher rund 70 000 neu eingeworbenen Ausbildungsplätzen in Industrie, Handel und Handwerk und mehr als 35 000 Plätzen für Einstiegsqualifizierungen werde bis zum Jahresende der Ausbildungspakt erfüllt, fügte Braun hinzu. Erneut seien mehr als 40 000 Betriebe von den beiden Kammerorganisationen neu für die Ausbildung gewonnen worden, rund 10 000 mehr als im Ausbildungspakt zugesagt.

Besonders stolz ist das Handwerk darauf, jedem bislang unversorgten Bewerber mindestens eine offene Lehrstelle anbieten zu können. Auch die Nachvermittlung in so genanten Einstiegsqualifizierungen hat schon begonnen, obwohl zunächst vorrangig noch freie Lehrstellen vermittelt werden sollen. Insgesamt starteten 13 200 Jugendliche eine solche Maßnahme, mit der sie für einen klassische Berufsausbildung fit gemacht werden sollen.

Die Kritik der Gewerkschaften, dass der Ausbildungsboom in diesem Jahr nur gestiegen sei, weil mehr außerbetriebliche Ausbildungsplätze angeboten wurden, wies die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) zurück. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte kritisiert, dass der Anteil der ausbildenden Betriebe mit 21 Prozent einen neuen Tiefststand erreicht habe.

Diese Aussage sei schon deshalb irreführend, so die BDA, weil nur 58 Prozent der Unternehmen überhaupt zur Ausbildung berechtigt seien. Davon aber hätten nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im vergangenen Jahr 52 Prozent Lehrlinge ausgebildet. Hinzu komme, dass ein Großteil Kleinstbetriebe seien, die nicht jedes Jahr einen neuen Lehrling einstellen könnten.

Tatsächlich gibt es große Unterschiede bei der Ausbildungsbereitschaft je nach Betriebsgröße. Während laut IAB 94 Prozent der Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern Lehrlinge einstellen, liegt die Quote bei mittleren Betrieben (50 bis 499 Mitarbeiter) bei 87 Prozent. Kleinbetriebe mit 10 bis 44 Mitarbeiter bilden zu 70 Prozent aus. Bei Kleinstbetrieben mit bis zu neun Mitarbeitern sind es 40 Prozent.

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