Positives Quartalsergebnis
Schering-Kauf rechnet sich für Bayer

Der Kauf des Berliner Konkurrenten Schering hat das operative Ergebnis des Leverkusener Chemie- und Pharmakonzerns Bayer in die Höhe getrieben. Netto kostete die Übernahme jedoch eine Menge Geld; auch Schering musste millionenschwere Belastungen verdauen. Von Unzufriedenheit gibt es bei Bayer aber keine Spur und auch die Anleger zeigen sich höchst erfreut.

HB LEVERKUSEN. "Die erfolgreiche Akquisition von Schering hat unserem Geschäft zusätzlichen Schub gegeben", erklärte Bayer-Chef Werner Wenning am Montag zum Zwischenbericht für die Monate Juli bis September. Der um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) nahm um 22,2 Prozent auf 798 Mill. Euro zu. Analysten hatten im Durchschnitt nur 711 Mill. Euro erwartet. Die 17 Mrd. Euro teure Übernahme hat den Nettogewinn aber um 35,1 Prozent auf 320 Mill. Euro abschmelzen lassen. Das konnten die Anleger verschmerzen: Der Bayer-Aktienkurs ging im Laufe des Vormittags um 2,6 Prozent in die Höhe.

Die Schering-Integration verlaufe planmäßig, erklärte Wenning. Mit der größten Übernahme in der mehr als 140-jährigen Firmengeschichte rückt Bayer an die Spitze der deutschen Pharmakonzerne vor den bisherigen Branchenprimus Boehringer Ingelheim. Rund 700 Mill. Euro an Einsparungen soll die Schering-Integration ab 2009 bringen. Bayer hält inzwischen mehr als 95 Prozent der Schering-Anteile und will die restlichen Aktionäre bald per Zwangsausschluss hinausdrängen.

Der Konzernumsatz erhöhte sich im dritten Quartal um 26 Prozent auf 7,783 Mrd. Euro. Vor allem der Teilkonzern Health Care verzeichnete starke Geschäfte, während die Pflanzenschutz-Sparte Crop Science wegen eines schwierigen Marktumfeldes schwächer abschnitt.

"Bereits heute können wir feststellen, dass 2006 eines der prägendsten Jahre in der Bayer-Geschichte ist", erklärte Wenning. Für das Gesamtjahr stellte er nun eine deutliche Steigerung des bereinigten Ebit in Aussicht. Es solle rund 3,5 Mrd. Euro betragen nach 3,16 Mrd. Euro in 2005. Der Umsatz soll von 25,95 auf rund 30 Mrd. Euro klettern. Darin soll ein Schering-Umsatz von rund 3 Mrd. Euro enthalten sein. Zudem hob Bayer seine Prognose für den Teilkonzern HealthCare an, in dem auch das Schering-Geschäft angesiedelt ist. Die Ertragskraft des Teilkonzerns gemessen an der Ebitda-Marge (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) solle dieses Jahr 22 Prozent betragen. Bisher waren 20 Prozent erwartet worden.

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