
LONDON. Grundsätzlich lotet man bei Potash zwei Möglichkeiten aus: Mehrere Unternehmen aus der Agrar- und Rohstoffbranche könnten eine Allianz bilden und gemeinsam ein Übernahmeangebot für den Düngerproduzenten abgeben, das über den 39 Mrd. Dollar von BHP Billiton liegt. Das Geld dafür könnte nach Informationen des "Wall Street Journal" von chinesischen Banken oder Fondsgesellschaften kommen.
Ein zweites Szenario sieht vor, dass ein staatlich kontrolliertes chinesisches Unternehmen wie Sinochem, Chalco oder Chem China in den Übernahmekampf einsteigt. China ist der weltweit größte Verbraucher von Kalidünger, dem wichtigsten Potash-Produkt. Das Land hat zwar eigene Kalisalzgruben, aber die Vorkommen reichen bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. "Angesichts der Kali-Mengen, die China importiert, wäre die Volksrepublik ein logischer Käufer von Kalidüngerherstellern wie Potash", schreibt Duncan McKeen, Analyst bei Macquarie Research in einer Studie.
Sinochem könnte Potash als weißer Ritter zur Seite springen
Entsprechende Spekulationen hat der chinesische Chemiekonzern Sinochem am Wochenende angeheizt. "Wir schauen uns ganz genau an, was bei Potash passiert", sagte ein Sprecher. "Wir sind grundsätzlich daran interessiert, im Düngermarkt zu expandieren."
Beide Unternehmen sind bereits miteinander verbunden: Potash hat einen Anteil von 22 Prozent an einer Sinochem-Tochter, die Dünger herstellt.
BHP Billiton bietet 130 Dollar je Aktie und wandte sich damit Ende vergangener Woche direkt an die Aktionäre von Potash. Das Management des Weltmarktführers unter den Düngeranbietern bezeichnete dies als viel zu niedrig und lehnte eine Übernahme ab.